Eriks schwerer Sieg über den Krebs

Erik und Mama Madeleine Kubill zeigen die Mutperlenkette seiner Krankheitsgeschichte. Für jede Behandlung erhalten die Kinder eine Perle. Foto: Nicole Neubert

Chemnitz/Hartmannsdorf. Es ist wohl die schlimmste Diagnose, welche die Eltern erhalten können: Das eigene Kind hat Krebs. Von einen auf den anderen Moment bricht die heile Welt wie ein Kartenhaus zusammen. In unserer Region erkranken jährlich bis zu 50 Kinder und Jugendliche an Leukämie oder bösartigen Tumoren. Die Diagnose einer solchen Erkrankung erschüttert die gesamte Familie.

Um Kraft zu schöpfen, Halt zu bekommen und in der schweren Zeit Unterstützung in all den Lebenslagen zu erhalten, steht der Elternverein krebskranker Kinder  e.V. Chemnitz seit vielen Jahren betroffenen Familien zur Seite. Die Aufgabe des Vereins ist es, krebskranke Kinder, Jugendliche und deren Familien vom Erkrankungsbeginn, während der Behandlungszeit und in der Nachsorge bis zur Reintegration in das normale Leben, zu begleiten.

Familie Kubill aus Hartmannsdorf ereilte so ein Schicksalsschlag. „Unser Sohn erkrankte an einem Ewing Sarkom im linken Wadenbeinknochen und ohne den Elternverein krebskranker Kinder wären wir nie so stark gewesen“, erzählt Madeleine Kubill. „Von dem einen auf den anderen Moment war in unserer Welt nichts mehr wie vorher“, fügt sie hinzu.

Nach 34 Tagen Chemotherapie und 3 Operationen hat Erik Kubill den Kampf gegen den Krebs geschafft. Seit dem 8. Dezember hat Erik den Krebs zunächst besiegt und ist auf dem Weg der Besserung. Erst nach fünf Jahren gilt er als geheilt. Wir sprachen mit Erik und seiner Mutter:

WochenENDspiegel: Am Ende des Jahres 2015 hatte Familie Kubill für das kommende Jahr einen Wunsch – alles soll so bleiben wie es ist. Kurz darauf, Ende Januar 2016 war nichts mehr wie es war.
Madeleine Kubill: Mein Sohn Erik litt unter anhaltenden Schmerzen am Schienbein. Ende Januar wurde das „EWIN SARKOM“, eine bösartige Form von Knochenkrebs festgestellt. Von nun an befanden wir uns in einem Film, in unserem Film.

Wie ging es dann weiter?
Madeleine Kubill: Von nun an folgten unzählige Untersuchungen, denn der Verdacht, dass Erik Metastasen hat, blieb nicht aus.  Dies bestätigte sich zum Glück nicht. In dieser schlimmen Zeit der Diagnosen lernten wir Frau Wensch, eine Mitarbeiterin vom Elternverein krebskranker Kinder e.V. Chemnitz, kennen. Sofort fühlten wir uns gut aufgehoben.

Welche unterstützende Maßnahmen gab Ihnen der Elternverein in dieser schweren Zeit?
Madeleine Kubill: Nachdem wir diese Diagnose erhalten haben, wusste ich nicht was ich machen soll. Es kommen zahlreiche Fragen auf. Frau Wensch erklärte mir, was ich machen muss, welche Möglichkeiten wir haben und was für Anträge auszufüllen sind. Leider wird auf die Tätigkeiten des Elternvereins viel zu wenig aufmerksam gemacht. Der Verein ist nicht nur für die Kinder da, sondern auch für die Geschwister der Patienten und für die Eltern. Immer Mittwochs können zum Beispiel die Eltern gemeinsam Mittagessen. Anschließend können Termine für physiotherapeutische Maßnahmen vereinbart werden. Ich habe die ersten Chemotherapien immer am Bett meines Sohnes verbracht, bis er irgendwann einen solchen Termin organisiert hat. Nach den vielen Tagen am Krankenhausbett im Plastikstuhl, war eine solche therapeutische Maßnahme wunderbar. Der Verein versucht alle Wünsche zu erfüllen. Doch dafür wird auch Unterstützung von außerhalb benötigt.

Um die Krankheitsgeschichte zu verarbeiten hält der Verein zusammen mit der Kinderkrebsstation eine tolle Sache für die Patienten   bereit – das Sammeln der Mutperlen. Nach der Diagnose bekommt jedes Kind eine lange gewachste Schnur mit einer Perle und den Buchstabenperlen die den Namen ergeben. Jede Perle hat ihre eigene Bedeutung und steht für eine bestimmte Intervation, die am Ende die Krankheitsgeschichte des Kindes wiederspiegelt. Erik auch du hast eine lange Kette, welche Perle war deine Letzte?
Erik Kubill: Meine letzte Perle war eine türkisorangefarbene Blume, die steht für das Ende der Behandlung.  Darüber freue ich mich sehr.

Du hast das alles tapfer überstanden, was gibst du anderen mit auf den Weg?
Erik Kubill: Ich hätte alles nicht so gut überstanden, wenn es nicht die tolle Unterstützung des Vereins gegeben hätte und den liebevollen Umgang aller Schwestern und Ärzten auf der Station. Ich gebe jeden auf den Weg mit, dass es sich lohnt zu kämpfen und man nicht immer gleich den Krebs mit dem Tod verbindet. Noch laufe ich auf Krücken, aber wenn ich wieder vollkommen fit bin, möchte ich wieder Fußball spielen genauso wie vor meiner Krankheit.

Du hast auch eine eigene Facebookseite „Wir für Erik“ von deinem Fußballverein erstellt bekommen, richtig?
Erik Kubill: Ja das ist toll. Ich habe so viele liebevolle Menschen um mich herum, die mir sehr viel Kraft gegeben haben und geben. Selbst meine 8. Klasse konnte ich abschließen. Meine Lehrer sind zu mir nach Hause gekommen, so dass ich schulisch kein Jahr aussetzen musste.

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