Ermittler klären Bandendiebstahl in über 100 Fällen

 

Chemnitz. Von A wie Asia-Imbiss bis Z wie Zoo-Laden – vor einer in Chemnitz agierenden Einbrecherbande war knapp ein Jahr lang wenig sicher. Nun konnten Ermittler des Polizeireviers Chemnitz-Nordost der vierköpfigen Bande das Handwerk legen.

Im 85 Seiten umfassenden Abschlussbericht an die Staatsanwaltschaft Chemnitz finden sich über 100 Straftaten wieder, die die Männer im Alter von 25, 26, 28 und 35 Jahren begangen haben sollen. Dabei handelt es sich zum überwiegenden Teil um Einbrüche in Läden, Spielotheken, Imbisse, Restaurants, Bäckereien, Internetcafès und Gartenlauben. Aber auch ein Einbruch in eine Kirche, einen Schaustellerwagen sowie Ladendiebstähle werden dem kriminellen Quartett zur Last gelegt. Die Männer, die in unterschiedlicher Beteiligung die Taten begingen, stahlen alles, was sie gebrauchen und vor allem zu Geld machen konnten. Die Einbrüche dienten einzig und allein ihrem Lebensunterhalt und der Finanzierung des Drogenkonsums bzw. der Spielsucht.

Die Serie begann im Oktober 2014 mit einem Einbruch in eine Gartenlaube in der Glösaer Straße. Es folgten zunehmend und später fast täglich Einbrüche im gesamten Stadtgebiet. An manche Tatorte kehrte man mehrmals zurück, um einzubrechen. So ein Laden in der Hans-Sachs-Straße, der zwischen Ende April und Mitte Juni 2015 dreimal angegriffen wurde. Ende Juni schaffte es die Bande, in einer Nacht vier Einbrüche zu begehen, und zwar in einen Döner-Imbiss in der Zschopauer Straße, einem Laden in der Neefestraße sowie in zwei Bäckereien in der Stadlerstraße und in der Bernsdorfer Straße. Der Diebeszug endete am 11. Juli 2015. Da konnten dank eines aufmerksamen Zeugen zwei Mitglieder der Bande (26, 35) auf frischer Tat in der Dorotheenstraße gestellt werden. Während der Ältere Schmiere gestanden hatte, war der Jüngere in eine Bäckerei eingestiegen und konnte dort von Polizisten festgenommen werden. Den Komplizen stellten Polizisten aufgrund der vom Zeugen guten Täterbeschreibung in der Bergstraße. Gegen die zwei Gestellten erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsrichter Haftbefehl. Beide Männer befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Für die Ermittler war es seit dem Sommer eine Puzzlearbeit, die Einbrüche den vier Männern zuzuordnen. Ein glücklicher Umstand war, dass sie in einigen Fällen DNA-, Finger- sowie Schuhabdruckspuren am Tatort zurückgelassen hatten. Diese wurden ausgewertet und konnten den Männern zugeordnet werden. Bei zwei Einbrüchen waren die Tatverdächtigen von Überwachungskameras gefilmt worden.

Bei Durchsuchungen allerdings fanden die Ermittler so gut wie nichts von dem Diebesgut. Sie gehen davon aus, dass dies schnell in klingende Münze umgesetzt wurde.
Der bei den Diebestouren entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf über 170.000 Euro, mehr als die Hälfte davon schlägt als reiner Sachschaden zu Buche.

Der Kreis schloss sich letztlich durch die Aussagen dreier Bandenmitglieder. Diese zeigten den Ermittlern bei einer „Tatortreise“ durch das Stadtgebiet Einbruchsorte, an die sie sich noch erinnern konnten. Einer der vier Hauptakteure ist derzeit unbekannten Aufenthaltes.  Zum Dunstkreis der Bande gehören fünf weitere Personen, gegen die ebenfalls ermittelt wird.

Die in fast 20 Aktenordnern dokumentierten Ermittlungsergebnisse gehen in den nächsten Tagen zur weiteren Entscheidung an die Staatsanwaltschaft Chemnitz. Ki

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