Erstes Wahlforum ist gestartet

Waren sich ziemlich oft einig: Die Landtagskandidaten für den Wahlkreis 6/ Zwickau 2: Leon Köhler (FDP), André Oehler (Grüne), Heiko Döhler (Die LINKE), Jan Löffler (CDU), Sebastian Lasch (SPD). Foto: Alice Jagals

Crimmitschau/ Sachsen. Etwas grimmig und Schulter zuckend verließen die Gäste des Wahlforums vergangenen Freitag das zu etwa einem Drittel besetzte Crimmitschauer Theater. Die Landeszentrale für politische Bildung lud da zum Wahlforum – dem ersten von insgesamt 60 in ganz Sachsen. Die Kandidaten für den Wahlkreis 6/ Zwickau 2 sind Leon Köhler (FDP), André Oehler (Grüne), Heiko Döhler (Die LINKE), Jan Löffler (CDU) und Sebastian Lasch (SPD). Bei der Runde nicht dabei war AfD-Kandidat Christopher Hahn, der als Berufssoldat kurzfristig nicht frei bekam.

Sie äußerten sich zu den Themen Infrastruktur, Gesundheitswesen/ Pflege, Arbeitsmarkt und zur Zukunft der Kiesgrube Gablenz. Hier ein kurzer Überblick.

Infrastruktur

Sebastian Lasch ist der Meinung, dass man in Anbetracht der benötigten Kosten eher weniger auf den Neubau von Straßen setzen sollte. Stattdessen müsse auf das vorhandene Netz zurückgegriffen werden.

Differenzierter sieht es Jan Löffler. Er sagt, dass man in Deutschland zu lange warte und man von Fall zu Fall entscheiden müsse, ob nicht sogar ein grundhafter Ausbau der billigeren, aber dafür nicht so langlebigen Deckenerneuerung vorgezogen werden sollte.

André Oehler kritisiert die Westtrasse in ihrer Dimension als vierspurige Straße. Das Verhältnis zwischen Straßenbau- und Schienenkosten sei unstimmig. Und auch die Radwegkosten würden wiederum im Straßenbau selbst landen.

Leon Köhler ist dafür, weiterhin in Umgehungsstraßen zu investieren.

Einig waren sich die Kandidaten darin, dass der ÖPNV öfter fahren muss und sei es durch Ruf- oder Kleinbusse. Sebastian Lasch fügte hinzu, dass auch der Ticketkauf bei den vielen Tarifzonen einfacher gestaltet werden müsse, etwa mit Hilfe einer App.

Arbeitsmarkt

Beim Thema Arbeitsmarkt standen vordergründig die Tariflöhne im Fokus. Außer beim öffentlichen Dienst, gebe es hier keine Einmischung vom Staat. „Da muss jeder Arbeitgeber handeln, um seine Leute ordentlich zu bezahlen“, so Döhler. Sebastian Lasch betonte, dass sich die Arbeitnehmer zusammentun müssten, beispielsweise sei im VW Werk der große Teil in einer Gewerkschaft. Dass die Arbeitnehmer von Zulieferfirmen aber nicht vom Kuchen profitieren, wurde eher damit relativiert, dass Sachsen zusehen muss, „intelligente Köpfe hier zu halten und die Hochschulen besser auszustatten“, so Köhler.

Nicht zuletzt gebe es in Sachen Honorierung längst keinen Ost-West-Vergleich mehr, sondern regionale Unterschiede im Lohngefälle. Vor allem Jan Löffler und Leon Köhler sind für flexiblere Arbeitszeitmodelle – zumindest in Berufen, bei denen das möglich ist.

Gesundheit/ Pflege

Krankenpfleger sind mehr als gefragt – leider muss man schon sagen. Um mehr Menschen für den Beruf zu begeistern, fordert Heiko Döhler bessere Arbeitszeiten und Löhne. Die Pflegekassen müssten durch den Bund aufgefüllt werden. Jan Löffler sieht den steigenden Bedarf. Doch vor allem in der Altenpflege plädiert er für eine Bezuschussung in der häuslichen Pflege. Gleichzeitig müsse mehr in die Ausbildung investiert und der Beruf generell attraktiver gemacht werden. Leon Köhler sieht positives in einer dualen Ausbildung, dem Zugewinn von Quereinsteigern und im Pflegegeld für den ländlichen Raum. Sebastian Lasch findet die Vorschläge anscheinend nicht schlecht, aber mehr als ein „billiger wird´s dadurch nicht“, kam ihm nicht heraus. Und da nicht nur im Bereich der Pflege mehr Kräfte gebraucht werden, als zur Verfügung stehen, plädieren alle Kandidaten für eine steigende Einwanderungsquote, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

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