Erzgebirge: Blick in den Abgrund

Der Schacht unter dem neuen zentralen Finanzamt des Erzgebirgskreises ist mindestens neun Meter tief. Es wird vermutet, dass er aus der Zeit um 1500 stammt. Foto: Sächsisches Oberbergamt

Abgrund unter Finanzamt

Von Sven Günther
Annaberg-Buchholz. Der Abgrund ist mindestens neun Meter tief, hat einen Querschnitt von 3,2 x 1,4 Metern. Der Schacht im ehemaligen Postgebäude, in den ein Teil des neuen zentralen Finanzamtes des Erzgebirgskreises einziehen soll, wird aktuell vom Sächsischen Oberbergamt Freiberg untersucht.
Oberberghauptmann Prof. Dr. Bernhard Cramer: „Der Schacht ist auf den noch vorhandenen historischen Risswerken nicht verzeichnet. Dass der Schacht aus der Anfangszeit des Annaberger Bergbaus (um 1500) stammt, kann gegenwärtig nur vermutet werden. Ein belastbarer Nachweis liegt uns gegenwärtig nicht vor.“

Exklusiv hatte www.wochenendspiegel.de im Juni berichtet. https://www.wochenendspiegel.de/schacht-unterm-zentralen-finanzamt/

Bis Ende des Jahres soll der Schacht komplett untersucht und auch verfüllt sein. Petra Brommer, Pressesprecherin des zuständigen Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement: „Bisher sind keine Auswirkungen auf Bauablauf oder Baukosten erkennbar.“
Aber es bleiben Risiken. Das sagt Prof. Dr. Cramer. Der Oberberghauptmann: „Der Schacht wurde auf einem etwa West-Ost-streichenden (verlaufenden) Erzgang angelegt. In der gegenwärtigen Erkundungstiefe zeigt sich, dass dieser Erzgang von den alten Bergleuten auch abgebaut wurde, was sich in zum Teil leerstehend angetroffenen Abbauhohlräumen im Gangverlauf dokumentiert und wovon weitere Gefährdungsmomente abzuleiten sind.“

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