„Fachkräftemangel wird zur Gefahr für die Baubranche“

Bald allein auf der Baustelle? Baufirmen steuern auf einen verschärften Fachkräftemangel zu – wenn die Branche für Beschäftigte nicht attraktiver wird, warnt die IG BAU.
Foto: IG BAU

Region. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt: Für Bau-Unternehmen könnte der Fachkräfte-Mangel in den nächsten Jahren zu einem echten Problem werden. Andreas Herrmann, Bezirksvorsitzender der IG BAU Südwestsachsen: „Aktuell erleben wir einen regelrechten Facharbeiter-Schwund. Drei Jahre nach der Ausbildung haben im Schnitt zwei von drei Bauarbeitern ihre Branche verlassen. Dieser Trend muss unbedingt gestoppt werden.“

Er beruft sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Diese würde belegen, dass es in den Bauberufen immer schwieriger würde, Personal für offene Stellen zu finden. Ein Beispiel: Im Erzgebirgskreis seien im letzten Jahr 191 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt geblieben.

Gegenwärtig würden viele Bauunternehmen „wegen der anziehenden Nachfrage“ am Limit arbeiten. Daher empfiehlt der Gewerkschafter: „Um die Aufträge zu bewältigen, müssen Firmen jetzt in die Fachleute von morgen investieren. Neben höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen kommt es dabei auch auf ein gesundes Betriebsklima an. Beschäftigte vermissen häufig Respekt und Anerkennung für ihre Leistung. Außerdem muss die bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entschädigt werden. Bei alledem ist es kein Wunder, dass sich mancher nach einem anderen Beruf umschaut.“

Wie gravierend das Problem in naher Zukunft werden könnte, zeige eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU), wonach „in den nächsten zehn Jahren bundesweit 150.000 Bau-Beschäftigte in Rente gehen. Das ist jeder sechste Arbeitnehmer in der Branche“, so Herrmann abschließend.

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