Falsche Arbeitslosenzahlen?

 

Falsche Arbeitslosenzahlen? Die LINKE kritisiert die Agentur für Arbeit. Foto: André Kaiser

Falsche Arbeitslosenzahlen? Die LINKE kritisiert die Agentur für Arbeit.
Foto: André Kaiser

“Politisch Verantwortliche sonnen sich…”

Von Sven Günther
Erzgebirge. Sind die Arbeitslosenzahlen viel schlechter, als die Statistiken der Arbeitsagentur aussagt? Das behauptet die Partei Die LINKE, beruft sich auf Material der Bundesagentur.
Statt der gemeldeten 13.496 Arbeitslosen geht die Partei von 16.642 Menschen ohne Job aus.  Grund: 3146 Personen würden nicht gemeldet, weil sie in anderen Maßnahmen „versteckt“ wären.
So gäbe es unter anderem 1355 Menschen im Vorruhestand, 614 in einer Weiterbildung, 341 wären arbeitsunfähig. 193 würden durch Dritte betreut, 126 erhielten fremde Förderung und 421 Menschen sind Ein-Euro-Jober, 193 sind in beruflichen Eingliederungsmaßen. Sie alle zählen nicht als Arbeitslose.
Agenturchef, Siegfried Bäumler: „Man betrachtet  zwei unterschiedliche Szenarien:  Zum einen die reine Arbeitslosenquote und andererseits die Unterbeschäftigungsquote. Deutlich wird es, wenn man die beiden Quoten gegenüberstellt. Aktuell beträgt die  reine Arbeitslosenquote für den Erzgebirgskreis 7,5 Prozent.  Nimmt man hier die Zahl der Menschen in Maßnahmen hinzu, ergibt sich eine Unterbeschäftigungsquote von 9,1 Prozent. Beide Werte werden monatlich getrennt ausgewiesen und sind damit bundesweit untereinander vergleichbar.“
Klaus Tischendorf, Parteichef der LINKEN im Erzgebirgskreis: „Die Ausweisung der tatsächlichen Arbeitslosigkeit (Unterbeschäftigung) macht deutlich, dass nach wie vor die Arbeitsmarktförderung ein wichtiges, ergänzendes  Instrument auf Landesebene sein muss. In der gegenwärtig guten konjunkturellen Wirtschaftslage bleibt es wichtig, alle Arbeitskräftereserven zu erschließen und möglichst Niemanden chancenlos zu lassen. Das wird oftmals beim Rufen nach qualifizierten Fachkräften vergessen.“
Dann schimpft er: „Politisch Verantwortliche sonnen sich in vermeintlich guten Arbeitsmarktzahlen. Im Erzgebirgskreis gibt es derzeit eine wirkliche Arbeitslosigkeit, die um 19 Prozent höher ist, als die amtliche Statistik ausweist. Die Landtagsfraktion der LINKE wird diese Situation zum Anlass nehmen und im Rahmen der im August diesen Jahres beginnenden Haushaltsberatungen im Sächsischen Landtag auf eine verstärkte Förderung des zweiten Arbeitsmarktes zu drängen.“

Mit dieser Grafik dokumentiert die LINKE, wer bundesweit alles nicht zu den Arbeitslosen zählt.

Mit dieser Grafik dokumentiert die LINKE, wer bundesweit alles nicht zu den Arbeitslosen zählt.

 

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