FCE: Bielefeld kommt um zu gewinnen

Die Veilchen knüpften in auswärts an die Leistung gegen Kiel an, entführten hochverdient einen Zähler bei der SG Dynamo Dresden. Philipp Riese hatte nach 24 Minuten die Führung erzielt und auch Jan Hochscheidt zeigte ein bärenstarkes Spiel. Bilder: Alexander Gerber, Steffen Colditz

Der FCE und die Bielefeld-Verschwörung

Von Sven Günther
Bielefeld? Gibt es doch gar nicht! Das semipräzise, aber oft genutzte Internet-Lexikon Wikipedia widmet der “Bielefeld-Verschwörung”, nach der die Existenz der Stadt den Menschen von CIA, Mossad oder Aliens nur vorgaukelt wird, einen Eintrag. Auch in der ZDF-Detektivserie “Wilsberg” wird die angeblich nur irreale Existenz der Stadt zum Thema.
In der 2. Fußball-Bundesliga ist Bielefeld mit seiner Arminia sehr real. Der Klub, den einst Namen wie Uli Stein, Michael Sternkopf, Ewald Lienen, Thomas von Heesen oder Stefan Kunz prägten und der viele Jahre in der ersten Bundesliga vertreten war, schaffte es in der letzten Saison überraschend auf Platz vier.

Aktuell läuft es schlechter. Nach dem 2:3 gegen die SpVgg Greuther Fürth und drei Niederlagen in Folge sagt Bielefeld-Trainer Jeff Saibene (Luxemburg): „Wenn man so viele Gegentore bekommt, spielt man gegen den Abstieg.” Aktuell muss die Arminia auf ihren Stammkeeper Stefan Ortega verzichten, den einer Innenbandzerrung im Knie plagt. Für ihn dürfte der Ex-Erfurter Philipp Klewin eine Chance bekommen.

Der Bielefeld-Trainer im Interview mit Olaf Seifert für das Veilchenecho: “Wir haben eine gute Saison gespielt, der vierte Platz war verdient und eine tolle Leistung. Wir sind als kompakte Einheit aufgetreten, waren extrem laufstark und hatten eine gute Fitness, dadurch konnten wir viele Spiele noch in den Schlussminuten für uns entscheiden. Im Laufe der Saison hat man auch eine fußballerische Entwicklung gesehen, wir haben uns im Ballbesitzspiel verbessert.”

Seifert: Wie beurteilen Sie den FC Erzgebirge und was für ein Spiel erwarten Sie am Samstag in Aue?
Saibene: “Aue hatte sich den Saisonstart bestimmt anders vorgestellt, mittlerweile hat man sich stabilisiert und etwas von den direkten Abstiegsrängen abgesetzt. Es ist eine ausgeglichene Mannschaft, die ähnlich wie wir über das Kollektiv kommt und verschiedene Spielsysteme beherrscht. Es wird sicherlich ein enges Spiel. Wir möchten unser eigenes Spiel durchziehen und gehen in das Spiel, um es zu gewinnen.”

Beim FC Erzgebirge Aue hofft man, dass noch möglichst viele Fans ins Stadion kommen, nach dem Sieg gegen Kiel und dem Punktgewinn in Dresden die Mannschaft weiter unterstützen. Mal sehen, wie viel Fans aus Bielefeld mitkommen. Oder gibts die gar nicht?

Am 13. September 1968 in Luxemburg geboren, spielte Jeff Saibene 1986 bis 1989 beim belgischen Verein Standard Lüttich und anschließend für die Schweizer Erstligisten FC Aarau, Old Boys Basel und FC Locarno. 2002 beendete der 64-fache Nationalspieler seine Karriere in der Heimat bei Swift Hesper. Seit 2001 im Trainerstab der Nationalauswahl des Großherzogtums tätig, arbeitete Saibene zwischen 2006 und 2017 als Coach bei den Schweizer Klubs FC Thun, FC Aarau und FC St. Gallen sowie 2010/11 der Luxemburger U-21-Mannschaft. Seit März 2017 ist der 49-Jährige Cheftrainer von Arminia Bielefeld, mit dem er vergangene Saison Platz vier in der 2. Bundesliga schaffte.

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