FCE: Es wurde Licht!

Die aus der Tschechoslowakei importierten Halogen-Metalldampflampen RVI 2000. Foto: Burg

In Aue leuchtet seit 30 Jahren das Fluchtlicht

Aue. Es war ein Kraftakt! Nur 27 Tage hatten die Bauarbeiter Zeit, vier Flutlichtmasten im Wismut-Stadion aufzubauen. Eine starke Leistung, die jetzt 30 Jahre zurückliegt, wie das VEILCHENECHO berichtet
Die BSG-Leitung hatte extra für diesen Kraftakt zwei Auswärtsspiele in Folge beim DFV beantragt. An den beiden folgenden Oberligaspieltagen 7 und 8 mussten die Wismut-Fußballer beim HFC Chemie (30.9., 1:1) und beim Bezirksrivalen in Karl-Marx-Stadt (12.10., 2:4-Niederlage) antreten. Zwischen diesen Punktspielen galt es für die Auer noch eine Begegnung in Eisenhüttenstadt zu absolvieren: In der 2. Hauptrunde des FDGB-Pokals (8.10.) gewann die Mannschaft von Trainer Uli Schulze beim damaligen Zweitligisten mit 5:0.
Zwischen den Heimspielen gegen Rostock und Union hatten die Bauleute ganze 27 Tage Zeit, um die vier Masten zu montieren. Denn die Oberligapartie gegen die Berliner konnte ebenso wenig verschoben werden wie es anging, den damals zweitgrößten Kran der DDR (Gottwald AK 350/270) vom VEB IMO Merseburg mit einer Hubkraft von 270 Tonnen länger als vorgesehen am Einsatzort zu belassen.
Es war 1988 eine kleine Sensation, dass eine Betriebssportgemeinschaft eine Flutlichtanlage bekam. Das in Aue war erst das elfte Stadion in der Republik, das solch eine Anlage bekam. Bis dahin war sie nur neun Clubs vorbehalten sowie dem Zentralstadion in Leipzig.

Im Herbst 1988 wurden die vier Masten montiert.

Die spätere Verkabelung sowie die Montage der 190 Flutlichtscheinwerfer übernahm die Schwarzenberger PGH Elektroanlagenbau, Projektierung und Autolicht. Die Genossenschaft war spezialisiert auf den Elektroausbau von Sportstätten und hatte schon an Flutlichtanlagen in Magdeburg und Erfurt mitgewirkt. Der damalige Meister Klaus Wendler erinnert sich: „Für das Hochschaffen der Scheinwerfer je Mast entwickelten wir extra einen Seilaufzug. Jede Lampe musste nach einem Belichtungsplan einzeln per Hand eingestellt werden. Das dauerte Stunden.” Die komplette Anlage wurde beim 1000. Oberliga-Spiel von Wismut Aue am 13. Oktober 1989 (gegen Spitzenreiter 1. FC Magdeburg) eröffnet.
Im Zuge des Stadionneubaus wurden im Sommer und Herbst 2016 die alten Flutlichtlampen nach und nach ausgetauscht. Ab der Saison 2016/17 schreibt die DFL für ihre Stadien ein höheres Beleuchtungsniveau vor. Die bisherigen Lampen entsprachen nicht mehr den Vorschriften, denn die DFL verlangt in der 2. Bundesliga eine lichttaugliche Anlage von mindestens 1.200 Lux.
Lichtfarbe und -ausbeute der alten Anlage waren zu gering. Die alten Leuchten waren aus der CSSR importierte Halogen-Metalldampflampen RVI 2000. Verantwortlich für die Austauscharbeiten war die  Likom Sachsen GmbH aus Zeithain bei Riesa. 190 Lampen wurden durch 104 neue ersetzt – je 30 Stück auf den beiden Masten an der Straßenseite und je 22 auf der anderen Seite.
Um den Schattenwurf so gering wie möglich zu halten, kommen oben an den vier Dachkanten weitere Flutlichtscheinwerfer zum Einsatz. Für die zusätzliche Ausleuchtung sorgen jeweils vier Extralampen auf den Hintertorseiten West und Ost sowie je 18 auf den beiden Längsseiten Süd und Nord.

 

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