FCE-Präsident: „Kader punktuell reduzieren!“

Helge Leonhardt im Gespräch mit dem WochenENDspiegel über die Saison und die Zukunft. Foto: Birgit Hiemer

Der Präsident zieht Bilanz

Von Sven Günther.
Aue. Platz 7! SIEBEN! Einstellig! Fans des FC Erzgebirge Aue reiben sich die Augen, wenn Sie auch die Tabelle der 2. Bundesliga schauen. Dass der Kumpelverein so gut dasteht, hatten die wenigsten erwartet. Trainer Dirk Schuster: „Es ist für uns eine sensationelle Platzierung. Dass wir viele Spiele zuhause gewonnen haben, verdanken wir auch unseren Fans, die uns immer wieder unterstützt haben.“

Im WochenENDspiegel zieht Präsident Helge Leonhardt seine Saisonbilanz in einem Interview.

WOCHENENDSPIEGEL:
Die Mannschaft ist direkt nach dem letzten Spiel in den Urlaub gegangen. Wo erholen Sie sich und wie genießen Sie die freien Tage?

HELGE LEONHARDT:
Erst einmal gibt es für mich keine freien Tage. Vielleicht im September. Der Juli /August wird gekennzeichnet sein den Verein in der
2. Phase zu restruktuieren, sowohl im wirtschaftlichen Bereich als auch im sportlichen Bereich. Das wird eine knüppelharte Aufgabe und stellt uns vor großen Herausforderungen.

WOCHENENDSPIEGEL:
Sind Sie mit dem Gefühl in die neue Saison gegangen, dass der FCE in diesem Jahr nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird?

HELGE LEONHARDT:
In der Tat war das Gefühl vor der Saison grundlegend positiv. Das lag vor allem daran, dass wir die Leistungsträger gehalten hatten und uns zielgenau verstärken konnten. Aber ich war nicht blauäugig. Mir war immer klar, dass es in gewissen Phasen auch hätte schlechter laufen können. Umso mehr freue ich mich über unser Abschneiden und die Tatsache, dass wir wieder eine Art Planungssicherheit für die neue Saison haben.

WOCHENENDSPIEGEL:
Gibt es Schlüssel-Ereignisse, die für Sie die Saison in die richtigen Bahnen gelenkt hat?

HELGE LEONHARDT:
Spezielle Schlüssel-Ereignisse gab es nicht. Für mich war entscheidend, dass wir eine starke Hinrunde gespielt haben und generell in den Heimspielen überzeugen konnten. Die Rückrunde war jetzt nach Punkten gesehen auch okay. Aber die Auswärtsbilanz war unbefriedigend woran wir arbeiten müssen.

WOCHENENDSPIEGEL: Die Mannschaft ist der Star. Trotzdem: Gibt es für Sie Spieler, die besonders herauszuheben sind?

HELGE LEONHARDT:
Das stimmt. Mannschaft und Trainerteam sind weitestgehend als Einheit aufgetreten. Und auch das Team hinterm Team hat gute Arbeit geleistet. Ich denke, man kann Martin Männel herausheben, der wieder eine starke Saison gespielt hat. Aber auch Philipp Riese, Florian Krüger, Clemens Fandrich, Jan Hochscheidt und Dimitrij Nazarov waren stark sowie vor allem in der Hinrunde Marko Mihojevic. Die anderen die ich vergessen habe mögen mit verzeihen. 😉

WOCHENENDSPIEGEL:
Liegt in der Corona-Krise für Klubs wie Aue eine Chance, ggf. zu erschwinglichen Konditionen 1-Liga- Spieler zu verpflichten?

HELGE LEONHARDT:
Das glaube ich nicht. Generell wurden alle Vereine von der Corona-Krise hart getroffen. Es herrschte Alarmstufe ROT. Es ging ums Überleben. Und Corona ist noch nicht vorbei.
Ich denke, die Transfersummen werden etwas nach unten gehen. Wir werden aber unser Konzept, mit jungen talentierten Spielern zu arbeiten weiter verfolgen und auch weiterhin mit qualitativen Leihspielern unseren Kader anreichern. Das aber nur punktuell, da wir den Kader auf Grund wirtschaftlicher Gegebenheiten reduzieren. Das muss aber nicht schlecht sein.“

Hier geht es zum Interview von Helge Leonhardt mit dem MDR

Facebook