FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg im Interview

Linda Teuteberg und Frank Müller-Rosentritt. Fotos: oha

Chemnitz. Zum liberalen Sommerfest der FDP konnte der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Frank Müller-Rosentritt auch FDP-Generalsekretärin Linda Teutberg begrüßen. WochenENDspiegel stand sie Rede und Antwort:

Sie sind Rechtsanwältin und damit gewohnt, Entscheidungen zu treffen. Haben Sie sich schon daran gewöhnt, dass in  der Politik notwendige Entscheidungen nur langsam oder gar nicht fallen?
Entscheidungen brauchen in einer Demokratie Zeit, denn Debatte und Abwägung gehören dazu. Dass wir in der politischen Auseinandersetzung nach der besten Lösung suchen und nicht einer Einheitslinie folgen, ist gerade die Stärke der Demokratie. Mich stimmt eher besorgt, dass manche notwendigen Debatten gerade nicht offen und kontrovers geführt werden. Es geht oft nicht um Vernunft und Argumente, sondern allzu häufig um die Moralisierung komplexer Sachverhalte. Von rechts wie von links.

Welche Entscheidungen müssten jetzt schnell getroffen und umgesetzt werden, damit Deutschland (Sachsen) nicht den Anschluss verliert?
Hier in Sachsen hat sich unser Spitzenkandidat Holger Zastrow den Kampf gegen Gängelung durch Bürokratie auf die Fahnen geschrieben hat. Das ist gerade für die vielen kleinen und mittelständischen Betriebe in Ostdeutschland wichtig, die sich keine große Rechtsabteilung leisten können. Nachdem im letzten Quartal erstmalig seit Langem die Wirtschaft geschrumpft ist, steht Deutschland am Rande einer Rezession. Darum brauchen wir jetzt ein Wachstums- und Investitionsprogramm, das Konsum und Investitionen anregt. Bürger und Betriebe müssen entlastet werden, sonst werden wir die Folgen auf dem Arbeitsmarkt in Ost und West deutlich spüren. Wir wollen die Wachstumskräfte stärken und entfesseln, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen, statt wie die GroKo nur Rettungswesten für eine Krise zu verteilen.

Wie will das die FDP schaffen? Nach dem Motto: “Von China lernen heißt siegen lernen?” (Anmerkung der Redaktion: Anspielung auf den Bundesparteitag)
Wir werben bei den anstehenden Wahlen um das Vertrauen und die Stimmen der Bürger. Denn nur mit einer starken FDP im Landtag hat ein Programm für Wachstum und Arbeitsplätze einen Fürsprecher in der Politik. Und dann geht es darum, egal ob in der Regierung oder in der Opposition, dass wir für unsere Positionen kämpfen. Nur eine Stimme für die FDP trägt sicher dazu bei, dass eine Politik der Vernunft aus der Mitte gestärkt wird und in den politischen Debatten stattfindet.

Als Problemlöserpartei wird die FDP nicht wahrgenommen. Überhaupt sind alle Themenfelder besetzt. Wer, respektive wofür, braucht es dann noch Liberale?
Die Kombination, für gesellschaftliche und wirtschaftliche Freiheit gleichermaßen einzutreten, gibt es nur bei den Freien Demokraten. Wir haben nicht vergessen, dass Wohlstand erwirtschaftet werden muss, bevor man ihn verteilen kann. Das gilt auch beim Klimaschutz: Mit einer Verzichts- und Verbotspolitik werden wir international kein leuchtendes Beispiel sein. Unsere Verantwortung besteht gerade darin, zu zeigen, dass wirksamer Klimaschutz mit Wohlstand und freiheitlicher Lebensweise vereinbar ist. Mit Technologieoffenheit, Erfindergeist und Ingenieurskunst. Wo die meisten anderen Parteien zuerst an den Staat als Problemlöser denken, da wollen wir die Freiheit und Selbstbestimmung der Menschen stärken.

Vielen Dank für das Gespräch!

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