Feuer in Drechslerei Legler: Spenden & Brandursache

9. Oktober 2018. Feuerwehrleute bekämpfen den Schwelbrand im Spänesilo der Drechslerei Legler in Rothenthal. Foto: privat

Drechslerei Legler: Mit blauem Auge davongekommen

Von Sven Günther
Olbernhau. Die eingespannten Holzrohlinge rotieren, Späne fliegen, Formen entstehen. Es wird wieder gearbeitet in der Drechslerei Legler im Ortsteil Rothenthal. Am 9. Oktober war daran nicht zu denken. An diesem Dienstag war gegen 8 Uhr ein Brand im Spänesilo bemerkt worden. Feuerwehren aus  Rothenthal, Olbernhau, Kleinneuschönberg und Oberneuschönberg rückten an, begannen mit den Löscharbeiten. 10.40 Uhr brachen plötzlich drei Kameraden zusammen, mussten in Spezialkliniken geflogen werden. Kohlenmonoxidvergiftung! Ein junger Mann fiel ins Koma, 47 andere mussten von Sanitätern behandelt werden. Zum Glück erholten sich auch die Schwerverletzten dank der Behandlungen in Druckkammern wieder.
Geschäftsführer Jan Legler: “Heute kann man sagen, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind. Inzwischen läuft die Produktion mit improvisierten Anlagen wieder.”
Auch die Brandursache steht fest: Selbstentzündung! “Drei Tage waren Spezialisten der Kripo vor Ort, haben alles untersucht “, sagt Legler. Weil wenig Späne aus dem Silo in die Heizung transportiert wurden, türmte sich das Material 6,50 Meter hoch auf 6,80 Metern Durchmesser. Der Firmeninhaber: “Die Experten gehen davon aus, dass es schon sechs bis acht Wochen geschwelt hat. Sie meinen, solch einen Fall habe es noch nie gegeben.”
Durch das Phänomen ist auch zu erklären, wie es zu den Vergiftungen kam. Im unteren Bereich hatte sich eine Kohlenmonoxid-Blase mit einem Durchmesser von 2,50 Meter gebildet, die bei den Löscharbeiten platzte. Die Konzentration des Giftes war extrem hoch, die Folgen entsprechend schlimm.
Unklar ist bislang die Gesamtschadenssummer, die noch von Gutachtern bestimmt wird. Dagegen steht fest, dass am 14. Dezember im Haus der Begegnungen Rothenthal vom Ortschaftrat gesammelte Spenden übergeben werden.

Vier Feuerwehrleute müssen mit schweren Kohlenmonoxid-Vergiftungen in Spezialkliniken geflogen werden. Foto: privat.

47 Feuerwehrleute müssen von Sanitätern behandelt werden. Foto: privat

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