Flüchtlinge kommen mit Zug in Meerane an – Auseinandersetzungen mit der Polizei

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Meerane. Gegen 14:00 Uhr standen bereits die ersten Busse am Bahnhof in Meerane bereit. Sie warteten auf den Zug, welcher eigentlich gegen 16:00 Uhr erwartet wurde. Doch dieser verspätete sich. Die Busse wurden von Bürgern mit ihren Fahrzeugen blockiert. Bei Facebook schrieb man:

“….Ca.500 Anwohner blockieren friedlich aber bestimmend den Bahnhof und die Zufahrten zu diesen. Momentan sind vier Busse mit Invasoren am weiter reisen verhindert.
Es sind wohl Anwohnerfahrzeuge in den unmöglichsten Parksituationen und ohne Fahrzeugführer vor den Bussen abgestellt….”

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich jedoch keine Asylbewerber in den Bussen. Gegen 19:45 Uhr traf der Sonderzug aus Passau dann in Meerane ein. Die Polizei forderte die ca. 100 Bürger auf, den Platz unverzüglich zu verlassen. Dieser Aufforderung kamen sie nicht nach. Die Polizei räumte den Platz, setzte dabei auch Schlagstöcke ein. Knaller flogen immer wieder in Richtung der Polizeibeamten.

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Die Flüchtlinge harten derweil im Zug aus, beobachteten ängstlich das Geschehen wenige Meter neben dem Zug aus den Fenstern.

Insgesamt wurden 3 Personen in Gewahrsam genommen, 1 Person wurde verletzt und 7 Strafanzeigen gefertigt. So der Stand gegen 22:00 Uhr.

Nachdem der Platz von der Polizei geräumt wurde, konnten die Flüchtlinge endlich den Zug verlassen. Das DRK versorgte sie mit warmen Getränken. Danach ging es für die 700 Flüchtlinge in Bussen weiter. Sie werden in ganz Sachsen in verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht.

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+++Update+++ Pressemeldung der Polizei hierzu:

Polizei gewährleistet Umsteigen von Asylbewerbern von Bahn auf Busse

Meerane – Im Laufe des Sonntagnachmittags bis in die Abend- und Nachtstunden hinein kam es am Bahnhof Meerane zu einem Polizeieinsatz. Grund war die Ankunft eines mit 689 Asylbewerbern besetzten Zuges und die Absicherung des Umstiegs dieser Asylbewerber auf insgesamt 13Busse, welche deren weitere Verteilung auf die verschiedenen Unterkünfte in Sachsen vornahmen.

Bei Zugankunft um 19.48 Uhr waren im Vorfeld des Bahnhofs 83 Personen anwesend. Bei diesen war anzunehmen, dass sie den Umstieg der Asylbewerber bzw. die Busabfahrten stören wollten. Daraufhin wurden mehrfach Platzverweise ausgesprochen, denen auch teilweise nachgekommen wurde. Gegen 61 Personen musste letztlich jedoch einfache körperliche Gewalt eingesetzt werden, um den Handlungsspielraum für das Umsteigen und die Abfahrt der Busse zu erlangen. Dabei erfolgte das Werfen von Pyrotechnik gegen die Polizei, wobei zwei Beamte der Bereitschaftspolizei verletzt wurden. Diese Würfe sind nun Gegenstand von Ermittlungen wegen Körperverletzungsdelikten. Weiterhin wurde eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz aufgenommen.

Mit der Abfahrt des letzten Busses um 23.25 Uhr war der polizeiliche Einsatz beendet, an dem 107 Polizeibeamtinnen und -beamte beteiligt waren. Zu diesem Zeitpunkt konnten auch drei zur Durchsetzung des o. g. Platzverweises in Gewahrsam genommene Personen wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Nach der Räumung des Bahnhofsvorfeldes war es zu keinen weiteren Störungen mehr gekommen.

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