Fördermittel für ehemaliges Kaßberg-Gefängnis

Der Vereinsvorsitzende des „Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.“, Jürgen Renz (2.v.r.) freute sich, den Zuwendungsbescheid aus den Händen von Kultusministerin Dr. Eva-Maria Stange, entgegen nehmen zu können. Mit im Bild: Bürgermeister Ralph Burghardt (l.) und Jens Kroll, Geschäftsführer der CeGeWo GmbH. Fotos: Cindy Haase

In den letzten Monaten wurde der Gefängnisbereich D bereits abgerissen.

Chemnitz. Ein wichtiger Meilenstein für den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. wurde heute erreicht. Der Vereinsvorsitzende Jürgen Renz konnte von Kulturministerin Dr. Eva-Maria Stange einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 163.000 Euro entgegen nehmen. „Damit können unsere weiteren Planungen für die Ausstellung und den Tiefbau beginngen“, freute sich Renz.

Der Verein plant, spätestens im Jahr 2021 den Lern- und Gedenkort zu eröffnen. Bevor es soweit ist, soll im Sommer 2019 der Antrag zur Errichtung der geplanten Dauerausstellung bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vorzulegen und damit die Finanzierung des Ausbaus des Erinnerungsortes zu vervollständigen. „Es ist ein bürokratischer Hürdenlauf“, verriet dann heute auch Renz.

Für die Realisierung des auf ca. 3,1 Mio. Euro geschätzten Konzepts hatte die Staatsregierung bereits im August 2018 per Kabinettsbeschluss zwei Millionen Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR bewilligt. Die Stadt Chemnitz hat eine Erhöhung der Übernahme von Betriebskosten ab Eröffnung des Lernortes in Aussicht gestellt sowie weitere investitionsfördernde Mittel. Die Eröffnung des Lern- und Gedenkorts ist für 2021 geplant.

„Mein Ministerium unterstützt die Einrichtung eines Lern- und Gedenkortes Kaßberg-Gefängnis, weil dies sowohl zur Zeit des Terrors der Nationalsozialisten, als auch während der sowjetischen Besatzungszeit und während der SED-Diktatur – hier vor allem durch den Freikauf von 33.000 Gefangenen des SED-Staates durch die Bundesrepublik Deutschland – ein Ort der Unterdrückung und der Entrechtung war“, erklärt Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange.

Sie betont: „Es ist wichtig, dass sich junge Menschen ein möglichst authentisches Bild von diesem vielfachen Unrecht machen können. Ich danke dem Verein sehr für sein großes Engagement. Wir werden die weitere Entwicklung des Gedenkortes auch mit Mitteln aus ehemaligem SED-Vermögen unterstützen. Es ist ein wichtiges Signal, wie wir mit unserer jüngeren Geschichte umgehen, wenn ehemalige SED-Gelder jetzt für die Aufarbeitung der SED-Diktatur eingesetzt werden, indem sie in Gedenkstätten wie das einstige Kaßberg-Gefängnis fließen.“

Rund 25.000 Kubikmeter kamen bei den Abrissarbeiten bereits zusammen.

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