Freiberg: CDU-Stadtverbands-Chefs teilen wieder aus

Und wieder gibt es böse Post aus Freiberg in die Bundeshauptstadt. Bekanntlich hatte schon OB Sven Krüger die Bundeskanzlerin aufgefordert, endlich die Freiberger Kosten für die Asylantenbetreuung zu übernehmen – keine Antwort bis heute. Im Ergebnis der Bundestagswahl forderte im Herbst 2017 der Freiberger CDU-Stadtverband den sofortigen Rücktritt von Merkel und ihres Generalsekretärs Tauber. Nun letzterer ist bereits Geschichte, aber das aktuelle Tun das Kanzlerin gegen die völlig plausiblen Grenzpläne von Innenminister Seehofer treibt den hiesigen Christdemokraten erneut die Zornesröte ins Gesicht. Deshalb verfassten Stadtverbandschef Holger Reuter und sein Stellvertreter MdL Steve J. Ittershagen nachfolgenden offenen Brief an Angela Merkel:

„Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
das Asylthema und wie die Bundespolitik damit umgeht, beschäftigt die Bürger vor Ort in einer Art und Weise, dass es alle anderen politischen Themen überlagert.
Es ist für die Bürger unseres Landes offensichtlich zur Schicksalsfrage geworden, an der sie zukünftiges Wahlverhalten ausrichten werden.
Das Nichtstun in dieser Frage hat eben auch nichts gebracht.
Daher ist es notwendig, dass die Bundespolitik endlich handelt.
Der von Horst Seehofer vorgelegte Masterplan zur Eindämmung des Asylmissbrauchs ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Unverständlich dagegen ist Ihre Blockadehaltung. Sie reden, zum wievielten Mal eigentlich, von europäischen Lösungen, mit denen Sie allerdings bisher keinen Schritt vorangekommen sind und im Ergebnis deshalb auch keine Erfolge in der Bekämpfung des Asylmissbrauchs vorweisen können.
Ihr Innenminister will handeln, anstatt nur zu reden.
Der Masterplan ist aus unserer Sicht ein erster wichtiger Schritt, die Gesamtsituation wieder in den Griff zu bekommen.
Darauf warten unsere Bürger.
Das spüren wir in zahlreichen Gesprächen, die wir vor Ort führen.
Also geben Sie Ihre Blockadehaltung auf, und folgen Sie den Vorschlägen Ihres Innenministers. Es ist ein erster wichtiger Schritt.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Reuter (Vorsitzender) und Steve Ittershagen (Stellv. Vorsitzender, MdL des Sächsischen Landtages)

Die Freiberger CDU steht mit ihrer pro-CSU-Haltung nicht allein da, ähnlich deutlich äußerte sich auch der CDU-Fraktionsführer im Sächsischen Landtag, Frank Kupfer.
Der Showdown zwischen dem Führungszirkel um Merkel und der gesamten CSU ist derweil kurz verschoben – auf Anfang Juli.

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