Freiwillige Helfer pflegen Schlosspark

Alten Stöcken von Wildwuchs ging es mit moderner Technik an den Kragen. Foto: Uwe Wolf

Alten Stöcken von Wildwuchs ging es mit moderner Technik an den Kragen. Foto: Uwe Wolf

Wolkenburg. Am Samstagvormittag surrten im Wolkenburger Schlosspark Motorsensen, waren Traktoren zu hören und rund 30 Leute unterwegs, die nicht spazieren gehen, sondern arbeiten wollten. Der Förderverein Schloss Wolkenburg e.V. führte seinen jährlichen Arbeitseinsatz im Park durch, um die Verwilderung auf ein geringes Maß zu begrenzen.

“Der Sächsische Heimatschutzverein hat vor vielen Jahren im Park alte Sichtachsen wieder hergestellt. Seit 2007 werden nun die Arbeitseinsätze durchgeführt, um das Geschaffene zu erhalten”, sagte Anke Hoffmann, Landschaftsarchitektin und für die fachliche Betreuung des Parkes zuständig. Man mache alte Wege wieder sichtbar, ein Steinsetzer kümmere sich um die Trockenmauern, es werde gesenst und Rhododendron nach historischem Vorbild gesetzt. Außerdem wurden Heimbuchen und Ulmen als Zukunftsbäume markiert, die der Parkverjüngung dienen. Weiterhin wurden Robinien und Spitzahorn zurückgenommen. Beide Pflanzen wuchern im Park, kommen mit den natürlichen Gegebenheiten bestens zurecht und werden zu Konkurrenten anderer Pflanzen.

Zu den Teilnehmern des Arbeitseinsatzes gehörte auch Reinhold Kaminsky. Der 67-Jährige war auf dem Hang an der Schlossauffahrt zu finden. “Mir liegt viel daran, den Hang freizuschneiden, damit die Brücke, die zur Kirche führt, zu sehen ist, denn die Brücke ist was einzigartiges”, sagte Reinhold Kaminsky. Er ist schon viele Jahre bei den Arbeitseinsätzen dabei und widmet sich stets dem Hang. Die Arbeit ist beschwerlich und auch nicht ganz ungefährlich, denn sie muss von der Leiter aus durchgeführt werden. “Ich mache ja auch Parkführungen und da will ich schon, dass es etwas ordentlich im Park aussieht”, so Kaminsky zu seinen Beweggründen für die regelmäßige Teilnahem an den Arbeitseinsätzen. Seinen Worten nach wäre es schön, wenn sich noch viel mehr Leute an den Arbeitseinsätzen beteiligen.

Zufrieden mit dem Einsatz war Reinhard Iser, der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Wolkenburg. “Die Leute wurden ordentlich angeleitet und haben eine sehr gute Arbeit geleistet”, sagte der Vereinsvorsitzende. “Die Teilnehmerzahl von 30 ist gut. Es waren schon mehr aber auch schon weniger Leute.” Wie Iser sagte, beteiligen sich viele Vereine jedes Jahr am Einsatz zur Parkpflege, so die Feuerwehren von Kaufungen und Dürrenuhlsdorf. Erstmals dabei war der 2014 gegründete Schützenverein Wolkenburg “Landsknechte”. Aber auch einige Privatbürger zeigten mit der Teilnahme ihr Interesse am Schlosspark.

“In Sachsen gibt es eine Studie zu den Landschaftsparks. Nur acht Parks sind darin als hochwertig eingestuft und wir gehören dazu”, sagte Iser. “Es lohnt sich also, den Park zu pflegen.” Der Förderverein will die jährlichen Arbeitseinsätze so lange durchführen, wie das Interesse bei den Bürgern und Vereinen da ist.
Der rund vier Hektar große Schlosspark wurde vermutlich einst als Renaissancegarten angelegt. In die steil zur Mulde abfallenden Felsen wurden Terrassen gehauen. Die Lage auf dem Granitfelsen in der Muldenschleife ist eine Besonderheit, die den Schlosspark auszeichnet. Er besteht aus einem älteren französischen und einem jüngeren englischen Teil. Detlev Carl Graf von Einsiedel ließ den Park im englischen Landschaftsstil erweitern. Zu den gestalterischen Besonderheiten im Schlosspark zählen die heute teilweise noch an ihren ursprünglichen Standorten vorhandenen Plastiken aus Lauchhammer Eisenkunstguss. uw

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