Frische Milch kann gezapft werden

Jens Hoffmann gemeinsam mit Oberbürgermeister Jesko Vogel, Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt, dem Landtagsabgeordneten Jan Hippold und dem Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz (v.l.n.r.) beim Anstoßen mit Milch auf die Eröffnung der ersten Milchtheke der Region. Foto: Uwe Wolf

Jens Hoffmann (2.v.l.) gemeinsam mit Oberbürgermeister Jesko Vogel, Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt, dem Landtagsabgeordneten Jan Hippold und dem Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz (v.l.n.r.) beim Anstoßen mit Milch auf die Eröffnung der ersten Milchtheke der Region. Foto: Uwe Wolf

Bräunsdorf/Limbach-Oberfrohna. Im Beisein des Sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministers Thomas Schmidt wurde die 1. Milchtheke der Region eröffnet. Die Frischmilchquelle der Milchviehanlage in Bräunsdorf, Bodenreform 9 hat nunmehr von 9 bis 22 geöffnet und bietet Frischmilch an.

„Die Milchpreiskrise ist natürlich auch für uns ein Problem. Da sucht man schon nach Lösungen, dies etwas abzumildern“, sagte Jens Hoffmann, Geschäftsführer der Wirtschaftshof Sachsenland Röhrsdorf/Wittgensdorf eG. „Wir bieten hier ein frisches Naturprodukt an, das noch sechs bis acht Stunden vorher in der Kuh war. Die Milch ist unbehandelt, ohne jegliche Zusätze und nicht manipuliert.“

Allerdings wird aus rechtlichen Gründen darauf verwiesen, dass die Milch vor Verzehr abgekocht werden muss. Wer es nicht macht, tut sich damit keinen Schaden, wenn er den Konsum von Frischmilch langsam angeht. Im Gegenteil, die Frischmilch ist gesund, stärkt das Immunsystem und schmeckt gut. „Mit der Milchtankstelle sorgen wir für kurze Wege vom Erzeuger zum Verbraucher. Das entspricht ganz unserem Motto regional ist optimal“, so Jens Hoffmann.

Im Schrank der Theke befinden sich zwei Fünf-Liter-Kannen. Der Schrank ist gekühlt. Wird die Milch alle, gibt es automatisch ein Signal auf das Handy des verantwortlichen und es wird nachgefüllt. Der Liter Frischmilch kostet einen Euro. Die angebotenen Mehrwegflaschen sind für 50 Cent zu haben. Aber es können auch eigene Gefäße mitgebracht werden. Im Vorfeld führte der Wirtschaftshof Sachsenland Befragungen durch und verteilte auch Flyer. „Die Resonanz war sehr gut“, informierte Jens Hoffmann. „Für uns ist das eine Möglichkeit, zusätzliche Erlöse zu erzielen.“

Sachsens Minister für Umwelt und Landwirtschaft, Thomas Schmidt, bezeichnete es als ein Markenzeichen der Firma, sich breit aufzustellen und verschiedene Standbeine zu schaffen. „Neben zusätzlichen Einnahmen gibt es mit der Frischmilchquelle auch einen gewissen Lerneffekt“, meinte Thomas Schmidt. „Es soll mit angeregt werden, mal wieder darüber nachzudenken, wie wertvoll unsere Lebensmittel sind und das damit verantwortungsvoll umgegangen werden muss.“

Limbach-Oberfrohna Oberbürgermeister Dr. Jesko Vogel bezeichnete es als wichtig, wieder zu lokalen und regionalen Wirtschaftskreisläufen zurück zu kommen. „Für Betriebe, wie auch für den Wirtschaftshof Sachsenland ist es wichtig, stets aktuell zu bleiben, sich anzupassen und mit der Zeit zu gehen. Das geschieht hier“, sagte der Oberbürgermeister.

Die Wirtschaftshof Sachsenland Röhrsdorf/Wittgensdorf eG betreibt eine Milchviehanlage in Bräunsdorf mit 650 Kühen. Weiterhin gibt es eine Anlage in Wittgensdorf mit 750 Kühen. Pro Tag werden rund 40.000 Kilogramm Milch produziert. Das Unternehmen mit seinen 130 Mitarbeitern betreibt weiterhin Feldbau, hat eine eigene Landfleischerei zur Fleisch- und Wurstherstellung, hält Masttiere und betreibt eine Biogasanlage. Wie Jens Hoffmann sagte, ist es Ziel aller Aktivitäten, einen wirtschaftlich gesunden Betrieb zu erhalten. uw

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