Frischluft ade?

Jens Dressel, Tom Thieme und Lutz Reinhold (v.l.n.r.) sind gegen den Vorentwurf eines geplanten Industrie- und Gewerbegebietes von Werdau und Zwickau. Foto: Judith Hauße

Werdau und Zwickau planen ein gemeinsames Industrie- und Gewerbegebiet. Doch mehr als 1118 Unterschriften sprechen inzwischen dagegen. Während Befürworter das Vorhaben als notwendig halten, sagen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, darunter auch Lutz Reinhold (BfZ): „Nein, da nicht“. Die Rede ist von einer fast 90 Hektar großen Fläche, die von Steinpleis bis Brand bzw. Marienthal führen soll. Dem eigentlichen Areal der Zwickauer Frischluftschneise, wie Reinhold zu bedenken gibt. „Käme das Industriegebiet so kommt es zum einen nicht nur zu einer massiven Einschränkung der landwirtschaftlich sowie als Wohngebiet genutzten Fläche, ebenso widerstrebt das Vorhaben den ureigensten Interessen und klimatechnisch formulierten Zielen der Stadt Zwickau.“ Darüber hinaus sei das Areal nicht zuletzt auch ein Einzugsgebiet für zwei in der Nähe liegenden Bäche, wie Mitstreiter und Ingenieur Jens Dressel aus Brand erläutert und gleichzeitig auf ein Hochwasserrisiko aufmerksam macht. „Beim Bau eines Gewerbegebietes müssen daher zahlreiche Regenrückhaltebecken errichtet werden, um die Gefahr einer Überschwemmung gering zu halten.“

Bereits Anfang des Jahres gaben die Gewerbegebietsgegner ihre gesammelten Unterschriften an das Werdauer Rathaus ab. Dort heißt es, der Vorentwurf für das mögliche Industrie- und Gewerbegebiet sei zwar im Flächennutzungsplan der Stadt Werdau bereits vorgelegt worden, doch handele es sich dabei zunächst nur um eine mögliche Alternative, konkrete Planungen seien noch nicht gemacht worden, so der Werdau Noch-Oberbürgermeister Stefan Czarnecki. „Es ist eine Idee über die noch mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden muss.“ Zudem gebe es auch noch keine festen Investoren für die Bebauung der Fläche, wie Czarnecki ergänzt. Eine Entscheidung steht demnach also noch in weiter Ferne. Allerdings wollen die Initiatoren der Unterschriftensammlung bereits jetzt schon gegen ein geplantes Gewerbegebiet auf dieser Fläche vorgehen. Ehe es zu spät ist, wie Mitinitiator Tom Thieme sagt. „Ist einmal die Entscheidung über das Gewerbegebiet gefallen, so wird es für uns immer schwieriger, dagegen anzugehen.“

Insgesamt neun Punkte haben sie daher schon zusammengetragen, die gegen das gemeinsame Vorhaben von Werdau und Zwickau sprechen. Darin machen sie u.a. deutlich, dass vor allem auch die Wohn- und Lebensqualität verloren geht, das Hochwasserrisiko durch Starkregen steigt und es zu außergewöhnlich hohen Kosten kommen könnte. Als Alternative käme für die Gewerbegebietsgegner einerseits eine Fläche am Rande von Schneppendorf in Frage. Andererseits wäre ebenso das ehemalige RAW-Gelände in Marienthal geeignet. Denn für Lutz Reinhold bleibt es nachwievor fraglich, ob dort jemals eine JVA gebaut werde.

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