Für das Klima essen

Symbolbild: Pexels

Wie alle anderen Bundesländer hat Sachsen in den vergangenen Jahren klimatische Veränderungen zu spüren bekommen. Der Klimawandel ist nicht mehr zu verleugnen. Zu spät für Klimaschutz ist es trotzdem nicht. Stetig steigende Durchschnittstemperaturen lassen in der Bevölkerung das Problembewusstsein steigen. Immer mehr Bürger achten verstärkt auf ihre Klimabilanz – auch bei ihrer Ernährung. Eine aktuelle US-Studie beschäftigt sich nun mit der Frage, wie man am besten gegen den Klimawandel anisst.

Fatale Lage in Europa und Amerika

Wissenschaftler des John Hopkins Center for a Livable Future haben im Jahr 2019 die Ernährungssituation in 140 verschiedenen Ländern inklusive klimatischen Auswirkungen analysiert. Dabei kamen die Studienverantwortlichen zu dem Schluss, dass der übermäßige Konsum tierischer Lebensmittel in Europa und Amerika fatale Auswirkungen auf den Planeten hat. Wer weniger Fleisch, Eier und Milch auf den Speiseplan setzt, schwächt laut den Forschern langanhaltende Trockenheit und ähnliche Konsequenzen des Klimawandels ab. Würde die Ernährung in den Industrienationen lediglich zu einem Drittel auf tierischen Produkten basieren, so wären die klimatischen Auswirkungen wesentlich verschmerzbarer. Positive Resultate lassen sich laut den Autoren außerdem mit einer fischbasierten Ernährung erreichen. Eine rein vegane Ernährungsweise kann die jährlichen Treibhausgasemissionen sogar um bis zu zwei Tonnen pro Jahr senken, schätzt Joseph Poore, Ökologe an der Universität Oxford.

Treibhausgase in der Rinderzucht am höchsten

Dass tierische Lebensmittel das Klima belasten, liegt an Treibhausgasen. Obwohl die Rinderzucht laut UN-Welternährungsorganisation die höchsten Werte verursacht, fällt auch bei der Schweinezucht, der Hühnerfleisch- und der Eier-Produktion eine nicht zu unterschätzende Menge an. Aus diesem Grund weisen die Studienautoren darauf hin: Auch eine lacto-ovo-vegetarische Ernährung mit Eiern und Milchprodukten schadet dem Klima deutlicher mehr als zumindest zu 60 Prozent vegan gestaltete Speisepläne. Nach Beobachtungen wie diesen entwickelten die Studienverantwortlichen klimafreundliche Ernährungspläne mit regionalem Bezug. In Deutschland fehlt es nicht an vegetarischen Rezeptideen wie bunten Salaten. Eine andere Situation herrscht in Ländern der Dritten Welt. Wo man verhungert, rückt klimafreundliche Ernährung nachvollziehbarerweise in den Hintergrund.

Keine Einheitslösungen

Wie die Studie zusammenfasst, existieren hinsichtlich der Treibhausgasbelastung bei der Fleischproduktion immense Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Herkunftsländern. Die Produktion eines Pfunds Rindfleisch in Paraguay falle beispielsweise 17-mal stärker ins Gewicht als die eines Pfunds in der EU. Unterschiede wie diese müssten bei der Entwicklung klimafreundlicher Ernährungspläne für bestimmte Regionen in Betracht gezogen werden. Ob nun der Verzicht auf rotes Fleisch, eine vegetarische Ernährungsform oder eine absolut vegane Ernährungsweise: Der beste Weg zum klimabewussten Umgang mit Nahrung hängt demzufolge stark vom länderspezifischen Kontext ab.

Gewinnspiele
Facebook
Facebook By Weblizar Powered By Weblizar