Für die Bühne geboren

Torsten Köhler, alias TM Events, bei seiner liebsten Beschäftigung – Menschen zu unterhalten.
Foto: André Kaiser

Annaberg-Buchholz. Sein Job ist es, Menschen zu begeistern, sie aus dem Alltagstrott zu holen, ihnen auf Hochzeiten, Partys, Schulanfänge, Dorf- und Volksfeste ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Torsten Köhler, alias TM Events, ist ein Entertainer, der Kinder und Erwachsene nicht der Arbeit willen, sondern aus Leidenschaft unterhält, und dies schon seit mehreren Jahrzehnten. In diesem Jahr feiert der Stimmungsmacher sein 40-jähriges Bühnen-Jubiläum. Allerdings hat er sich dieses völlig anders vorgestellt…

Im Januar noch blickte Torsten Köhler auf sein bis dato erfolgreichstes Jahr 2019 zurück und war drauf und dran, dieses 2020 zu toppen. „Meine Auftragsbücher waren voll, die Wochenenden und Wochentage ausgebucht. Es wäre definitiv das stressigste, aber auch erfolgreichste Jahr geworden“, so die erzgebirgische Frohnatur. Doch dann kam Corona, Lockdown, Absagen über Absagen. Die Unterhaltungsbranche lag von heute auf morgen am Boden. Und mit ihr auch Torsten Köhler. „Ich fiel praktisch von 150 auf 0, musste um meine Existenz kämpfen und überlegte, wie es weiter geht. Denn zuhause sitzen und abwarten ist nicht mein Ding. Und so legte ich mir Plan B zurecht.“

Rückblick
„Es war der 14. März. Ich hatte gerade eine Veranstaltung im Hotel Am Fichtelberg, als das Thema Corona schon allgegenwärtig war“, erinnert sich Torsten Köhler. Nach der Veranstaltung habe er seine Koffer gepackt und sei Richtung Nürnberger Flughafen gefahren. „Ich wollte kurz ausspannen, Kraft für die nächsten Auftritte tanken“, erklärt der Erzgebirger. Doch soweit sollte es nicht kommen. Noch während der Fahrt erhielt er eine E-Mail, dass die Reise inklusive Flug abgesagt wurde. Damals weniger glücklich darüber, sieht er das heute mit etwas Abstand anders.

Es folgten zwei Monate Stillstand, eine Zeit, in der der Diskotheker zur Ruhe kommen konnte. Nachdem sich danach die Räder der Unterhaltungsbranche immer noch nicht wieder in Gang gesetzt hatten, kamen ihm erste Zweifel, dass in diesem Jahr überhaupt noch eine Veranstaltung stattfinden würde, zumal das Gastgewerbe nach hartem Kampf bereits wieder öffnen durfte. „Egal ob bei der Aktion Alarmstufe Rot oder bei den Aktionen ‚Leere Stühle‘ in Crottendorf, Sayda und Oberwiesenthal: Wir standen Seite an Seite“, erinnert er sich an die Zeit. Doch all dies half ihm nichts.

Nachdem Stimmungskanone Torsten Köhler in seiner Branche kurzfristig keine Zukunft mehr sah, entschloss er sich, in seinem alten Beruf als Elektriker wieder tätig zu werden.
Foto: André Kaiser

Entertainer unter Strom
„Ich merkte: Hier passiert nichts mehr. Die Unterstützung vom Staat war ein Tropfen auf dem heißen Stein. Meine gewerblichen und privaten Kosten musste ich bei Null Einnahmen trozdem irgendwie tragen. So dass sich meine finanzielle Lage mehr und mehr verschärfte. Also musste ich handeln, musste mir etwas einfallen lassen. Ich war wirklich drauf und dran meinen Traum, den ich mir vor 40 Jahren verwirklichte und hart dafür gearbeitet habe, ausgerechnet im Jubiläumsjahr aufzugeben.“

Und so entschloss sich Torsten Köhler dazu, für verschiedene Unternehmen in seinem alten Beruf als Elektriker wieder zu arbeiten. Ein Schritt, der ihm allerdings auch viel Positives vor Augen geführt hat. „Plötzlich hatte ich wieder mehr Zeit, konnte an den Wochenenden wieder mit Freunden zusammen sein, die immer da gewesen sind, deren Kontakt ich aber aus Termingründen bis dato nicht pflegen konnte.“

„Ich mache weiter!“
Heute steht Torsten Köhler allerdings auch wieder TM Events unter Strom. „Der Funke, dass ich als Unterhalter, Moderator und Sänger weiter machen muss, sprang erst kürzlich bei einem Schulanfang über, als ich die frischgebackenen Erstklässler beim Empfang ihrer Zuckertüten mit Moderation und Technik begleiten durfte. Diesen Moment, als sich die Kleinen voller Erwartung auf ihre Zuckertüten freuten und ihre Augen zu leuchten begannen, als sie sie in den Händen hielten, werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Ein weiteres Schlüsselerlebnis war eine Hochzeit, wo die Gäste richtig gut drauf waren und sich haben mitreißen lassen. In dem Moment stand mein Entschluss fest: Ich mache weiter!“

Den Job als Elektiker möchte Torsten Köhler aber dennoch nicht ganz an den Nagel hängen. Zu viel Freude bereitet ihm die Arbeit und Abwechslung. „Dennoch habe ich mir vorgenommen, nicht mehr 7/ 24 alle Aufträge anzunehmen. Wenn es eines ist, das ich während der Monate gelernt habe, dann ist es meine Freizeit, die ich nun mehr denn je zu schätzen weiß.“

Und so darf man sich auch weiterhin zum Beispiel auf den Verleih ausgefallener Hüpfburgen und Spiele für Kindergeburtstage und Events aller Art, auf Firmenfeiern, flippige Kinderprogramme sowie unvergessliche Hochzeitsmomente, kurzum auf Veranstaltungen mit TM Events freuen, die man zu 100 Prozent nicht vergessen wird.

Der Optimist Torsten Köhler abschließend: „Alles Schlechte hat eben auch sein Gutes. Mein 40. Jahr auf der Bühne wäre definitiv das beste ever geworden. Jetzt ist es das schlechteste. Und dennoch bin ich nicht unglücklich darüber. Hat es mir doch die Augen geöffnet, was im Leben wirklich wichtig ist. Sicher wird es nicht mehr wie es war. Aber wenn es anders wird, bedeutet dies ja nicht gleichzeitig, dass es schlechter wird. Ich hoffe, dass unsere Arbeit in der Veranstaltungsbranche speziell von den Politikern in Berlin wieder mehr gewürdigt wird, dass sie sich aus ihrer Blase einer heilen Welt, die sie sich geschaffen haben, heraus kommen, die Realität sehen und handeln. Schließlich ist unser Job, der gesamten Veranstaltungsbranche, Emotionen zu wecken, Menschen aufzumuntern und sie zum Lächeln zu bringen. Dies ist für mich der größte Lohn, für den es sich lohnt weiter zu machen.“

Mehr zu Torsten Köhler und seiner Arbeit erfahren Sie unter www.tmevents.de bzw. unter www.happyhuepfburg.de

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