Für EHV wäre der Klassenerhalt wie Championsleague

Chefcoach Stephan Swat (r.) und sein Co-Trainer Kirsten Weber sehen voller Optimismus der neuen Saison entgegen und hoffen, dass sich ihre eigene Vorfreude auf die erzgebirgische Handballfamilie überträgt. Foto: H.-J. Schwochow

Natürlich ist die von Turbulenzen geprägte Saison 2017/2017 bei Chefcoach Stephan Swat und seinen Trainerkollegen längst abgehakt. Der Focus richtet sich spätestens seit Beginn der Vorbereitungsphase und dem Höhepunkt der Japan-Reise auf die neue Saison. Wer sich mit dem Auer Handball beschäftigt, weiß: Ab dem 25. August steht eine besondere Spielzeit bevor. Darüber und wie sich die Mannschaft auf die Punktejagd vorbereitet hat, äußerst sich der Cheftrainer im Gespräch mit Dr. Hans-Joachim Schwochow.

Der Saisonauftakt hält mit dem Auswärtsspiel gegen den Bundesliga-Absteiger TV Hüttenberg bereits einen Knaller bereit. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in dieses Spiel?
Meine Erwartungen sind von Realismus geprägt. Wir sind nicht der Favorit, wollen aber als Team alles abrufen, was wir uns erarbeitet haben. Es gilt die Handballweisheit: Alles ist möglich. Letztlich geht es um Punkte und um die kämpferische Einstellung des Teams. Daran werden wir gemessen.

Am 8. Juni 2019 steht der EHV zum Saison-Halali dem TuS N-Lübecke und damit wiederum einem Bundesliga-Absteiger gegenüber. Was wäre dann Ihr Tabellen-Wunschplatz?
Einfache Rechnung: Wir wollen über dem Strich stehen; konkret: Platz 15 und besser. Die 2. Liga wird ab 2019/2010 aus 18 Teams bestehen. Drei Mannschaften steigen aus der 3. Liga auf; fünf Teams steigen aus der 2. Liga ab. Um in der zweiten Bundesliga zu bleiben, müssen wir eine Schippe drauflegen, denn über die gesamte Saison hinweg dürfte es sehr eng werden. Wenn wir das gesteckte Ziel erreichen, wäre das für uns wie das Erreichen der Championsleague.

Die Saison startet am 18. und 19. August mit dem DHB-Pokalwochenende in eigener Halle. Wollen Sie eine Prognose abgeben?
Wir haben uns am Samstag mit dem hessischen Drittligisten HSG Rodgau auseinanderzusetzen; wir wollen mit einem Sieg das Finale am Sonntag erreichen. Dann stünden uns entweder die HSG Wetzlar oder TV Großwallstadt gegenüber. Wetzlar wäre mein Wunschgegner. Zwar ist der DHB-Pokal immer eine reizvolle Aufgabe, aber der bisherige Modus sollte kritisch hinterfragt werden. Er gibt den „kleineren Vereinen“ kaum eine Chance, gegen die „Großen“ zu bestehen. Aus meiner Sicht war der „alte“ Modus der bessere.

Was lief in der Saisonvorbereitung anders als im Vorjahr?
Durch die rechtzeitigen Neuverpflichtungen konnten wir ruhiger und zielstrebiger trainieren. Die für uns alle unvergessliche Japan-Reise war für den Teamspirit ungemein wichtig. Wir haben sehr intensiv gearbeitet und dabei hat sich kein Mannschaftsmitglied geschont. Die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele sollten nicht überbewertet werden. Ebenso wichtig: Die Verletzungen halten sich im Rahmen, so dass wir im Wesentlichen alle Spieler zum Saisonstart an Bord haben.

Wie schätzen Sie den Stand des personellen Umbruchs in Ihrem Team ein?
Dieser Umbruch ist keineswegs abgeschlossen, sondern wir befinden uns mittendrin. Die Neuverpflichtungen von Austris Tuminskis, Kevin Lux, Vilius Rasimas und die Rückkehr von Ladislav Brykner sind damit verbunden, dass besonders an Trainingsumfängen, der Spielweise und am Taktikverhalten gearbeitet werden muss. Die neuen Spieler brauchen einfach Zeit, um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein.

Nach dem Vorbereitungsspiel gegen die SG Leipzig II lobten Sie besonders die Spieler aus dem eigenen Nachwuchskader? Wie entwickeln sich die „jungen Wilden“?
Die Einschätzung fällt im Wesentlichen positiv aus. Aus meiner Sicht kniet sich besonders Pascal Ebert in die neue Herausforderung rein. Franz Schauer und Nico Schneider befinden sich auf einem guten Weg, müssen aber weiter daran arbeiten, Leidenschaft und die Bereitschaft zu entwickeln, körperlich und spielerisch präsent zu sein. Die Tür in die Erste steht jedem Nachwuchsspieler offen, den Weg hindurch muss aber jeder selbst gehen WOLLEN.

Wer sind für Sie die potentiellen Aufsteiger in Liga eins?
Ich betone nochmals: Die zweite Liga verfügt über ein ungeheures spielerisches und taktisches Leistungsvermögen. Persönlich möchte ich die beiden Bundesliga-Absteiger TV 05/07 Hüttenberg und TuS N-Lübbecke als Top-Favoriten nennen. Weiterhin werden ASV Hamm-Westfalen, HSG Nordhorn-Lingen, HSC Coburg sowie VfL Lübeck-Schwartau ein gewaltiges Wort mitreden. Der Abstieg dürfte zu einer großen Lotterie mit aus gegenwärtiger Sicht vielen Unbekannten werden.

Worauf beruht Ihr scheinbar nie erlahmender Optimismus?
Zum einen handelt es sich um eine Haltung, über die eigentlich jeder Sportler verfügt: Er will immer siegen. Außerdem gilt für mich, dass nur der erfolgreich sein kann, der an sich glaubt. Das schließt die kritische Sicht auf die eigene Leistung nicht aus. Aus meiner optimistischen Grundhaltung entwickelt sich auch die Vorfreude auf die Herausforderungen der neuen Saison. Optimismus und Vertrauen in die eigene Mannschaft wünsche ich mir bei allen, die für den Auer Handball „durchs Feuer gehen“. Meine Devise: Wir sind 2. Liga; wir bleiben 2. Liga!

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