Fütterungsverbot löst Problem nicht

Diese zwei kleinen süßen Katzenbabys sind gerade einmal sechs Wochen alt. Marie Christin Buch (re.) kümmert sich um die beiden, bis sie sich stabilisiert haben und zu den Besitzern zurückkehren. Unterstützung gibt es von Sarah Schneider, die ebenfalls bei „Pepe und seine Streuner e.V. (i.G.)“ aktiv ist. Foto: Alice Jagals

Diese zwei kleinen süßen Katzenbabys sind gerade einmal sechs Wochen alt. Marie Christin Buch (re.) kümmert sich um die beiden, bis sie sich stabilisiert haben und zu den Besitzern zurückkehren. Unterstützung gibt es von Sarah Schneider, die ebenfalls bei „Pepe und seine Streuner e.V. (i.G.)“ aktiv ist. Foto: Alice Jagals

Zwickau. Es ist gar nicht so lange her, da sollte über eine Kastrationspflicht für Katzen im Zwickauer Stadtrat debattiert werden. Der Anstoß kam von Seiten der Fraktion BfZ/Grüne. Sie forderten unter anderem die Kastrationspflicht für Hauskatzen mit Freigang, um eine Vermehrung der Streuner, die für Kinder wie auch für den Vogelbestand gesundheitlich gefährlich werden können, zu minimieren.

Doch daraus geworden ist eine Änderung in der Polizeiverordnung, die lediglich das Füttern von Streunern, wie beispielsweise Katzen, untersagt. Bisher galt das nur für Tauben. „Dass diese Maßnahme aber absoluter Irrsinn ist und keineswegs das Problem löst, ist eigentlich logisch“, sagt Matthias Sawert von der Zwickauer Tierschutzorganisation AIS (Animal Identification_service Zwickau).

Um herumstreunende Katzen kümmert sich Marie Christin Buch aus Planitz. Mit ihrem Verein in Gründung „Pepe und seine Streuner“, peppelt sie die kleinen Vierbeiner Tag und Nacht im Familienhaus auf. Das können Katzenbabys sein, deren Mutter verstorben ist oder eben auch Fundtiere. Die Entwurmung gehört ebenso dazu wie die Kastration. Das erledigt sie ohne finanzielle Unterstützung. Es sei denn, sie bekommt direkt den Auftrag eines Besitzers, der das Tier gesund bei sich aufnehmen würde. Ins Vielauer Tierheim, das solche Maßnahmen bezahlt bekommt, möchte sie die Tiere aber nicht geben. Gemeinsam mit zwei anderen Tierschutzorganisationen möchte sie aber die Bevölkerung wachrütteln.

Das Aufpeppeln der Tiere bedeutet jede Menge Stress. „Eine spätere Vermittlung funktioniert allerdings recht gut“, sagt Marie Christin Buch. Allerdings ist auch für sie das reine Fütterungsverbot herumlaufender Tiere nicht die Lösung. Und klar ist, dass sie nicht alle Katzen versorgen kann, die draußen ohne wirklichen Besitzer herumlaufen.

„Es gibt mehrere Tierschutzorganisationen in Zwickau. Doch jeder kocht sein Süppchen für sich“, sagt Matthias Sawert von AIS. „Dies ist kontraproduktiv für eine sinnvolle und aktive Tierschutzarbeit zum Wohle aller Tiere in unserer Stadt.“

Ein Netzwerk namens TSB Zwickau (Tierschutzbündnis Zwickau) hat sich bereits aus den bestehenden Organisationen Tierfreunde Zwickau e.V., Pepe und seine Streuner e.V. (iG) und AIS Zwickau gegründet. Es soll Vereine an einen Tisch bringen, um die Tätigkeiten zu optimieren.

„Ebenfalls wollen wir gemeinsam im Bereich der Aufklärung der Bevölkerung, aber auch unserer städtischen Politiker aktiv werden. Dies ist zwingend erforderlich“, sagt Sawert.

Eigentlich wollte der TSB Zwickau für Samstag, den 17. September von 14 bis 18 Uhr zum Tierschutztag im Schlobigpark einladen. „Doch aufgrund von angekündigtem Starkregen mussten wir die Aktion verschieben“, sagt Marie Christin Buch.

Neben einem Flohmarkt soll es vor allem Infostände einzelner Vereine aus dem Tierschutzbereich geben. So wird beispielsweise der Hunde-Sportverein das Hunde-ABC vorführen und ein Ruppertsgrüner Tierarzt vermittelt Tipps in Sachen Erste Hilfe am Tier.

Wann der Termin nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

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