Geheime Lok-Sammlung in Chomutov entdeckt

100 seltene Lokomotiven und Eisenbahnfahrzeuge sind im Depot in Chomutov zu bewundern. Foto: Matthias Förster/Stadt Annaberg-Buchholz

100 seltene Lokomotiven und Eisenbahnfahrzeuge sind im Depot in Chomutov zu bewundern.
Foto: Matthias Förster/Stadt Annaberg-Buchholz

100 Eisenbahnschätze in Depot in Chomutov

Annaberg-Buchholz/Chomutov. Es ist ein Schatz, der jahrelang verborgen war. 100 seltene Lokomotive waren vom Technischen Nationalmuseum Prag in zwei großen Ringlokschuppen in Chomutov deponiert. Darunter 19 Dampfloks der Firmen Skoda, Hentschel, Krauss und weiterer Hersteller. Eine echte Rarität bildet z. B. die 1870 bei Hartmann in Chemnitz gebaute Dampflok vom Typ Donnersberg.
Jetzt sollen diese Seltenheiten für die Eisenbahn-Fans zugänglich gemacht werden. Der Annaberg-Buchholzer Oberbürgermeister Rolf Schmidt war reiste mit einer dreißigköpfigen Delegation aus Stadträten, Mitarbeitern der Stadt sowie Touristikern und Medienvertretern per Bahn über den Erzgebirgskamm ins Lokdepot.
Von Annaberg-Buchholz ging es mit einem modernen Triebwagen der Erzgebirgsbahn ins tschechische Vejprty (Weipert). Die anschließende Strecke in die Annaberg-Buchholzer Partnerstadt Chomutov war nicht nur ein tolles Erlebnis, sondern bot gleichzeitig spannende Einblicke in ein Meisterwerk der Ingenieurstechnik. Über reichlich 57,5 km überwand die Bahn 620 Höhenmeter, 160 Hm von Vejprty (715 Hm) bis zum Scheitelpunkt bei Kováøská (875 Hm) 520 Hm bis ins Egertal bei Chomutov (355 Hm).

Im Lokdepot konnten dann ein Salonwagen, den Baron Rothschild in Auftrag gab und den eine Zeit lang der tschechische Außenminister nutzte, besichtigt werden. Darüber hinaus finden sich historische Triebwagen, historische Straßenbahnen, zahlreiche Diesel- und Elektroloks, LKW auf Schienen und noble Draisinen.

Bisher werden jährlich zwei Tage der offenen Tür Ende Juni und Ende August angeboten. Die nächste Chance, die Schätze zu bewundern, gibt es vom 26. bis zum 28. August 2016. Ein besonderes Angebot ist dabei am 27. August der von einer V 75 018
gezogene Museumszug, der ab 7.00 Uhr von Schwarzenberg über Annaberg-Buchholz nach Chomutov, Karlsbad und zurück ins Erzgebirge verkehrt.
Michal Novotny, der Direktor des Eisenbahnmuseums denkt aber bereits weiter: „Wir klären zurzeit mit der Stadt Chomutov, wie wir durch personelle Unterstützung künftig mehr Öffnungstage im Depot absichern können. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, unser Eisenbahnmuseum in Prag zu besuchen“.
Der Annaberg-Buchholzer Oberbürgermeister Rolf Schmidt will den Schatz ebenfalls stärker nutzen. „Gemeinsam mit dem Tourismusverband Erzgebirge e. V. (TVE) wollen wir künftig, u. a. im Rahmen des TVE-Eisenbahn- und Oldtimersommers touristische Pakete für Einwohner und Gäste schnüren, die mit einem Besuch des Lokdepots verbunden sind“. Die neue Entwicklung sieht er auch als Ergebnis einer verstärkten Partnerschaft mit Chomutov. „ Ich freue mich, dass meine Gespräche mit Bürgermeister Daniel Èerný so schnell Früchte getragen haben“.

http://www.annaberg-buchholz.de/de/meldungen/2016/06/verborgene-schaetze-im-erzgebirge-und-im-egertal.php

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