Großer Bahnhof für Georg Baselitz

Das Medieninteresse am Mann mit Hut, Georg Baselitz, war riesig. Fotos: Cindy Haase

Voll des Lobes war Baselitz für Museumschefin Ingrid Mössinger.

Chemnitz. Andrang wie beim Staatsempfang: So wurde der Künstler Georg Baselitz heute in den Chemnitzer Kunstsammlungen empfangen. Zahlreiche Medienvertreter und Gäste ließen es sich nicht nehmen, anlässlich der ab morgen zu sehenden 48 Werken und seiner Eintragung ins Goldene Buch der Stadt dem 80-jährigen Maler die Ehre zu erweisen.

“Ich bin sehr froh hier zu sein“, sagte Baselitz, während er durch seine eigene Ausstellung lief. In Chemnitz habe für ihn schließlich vieles angefangen. Vor allem die Begegnung mit dem Expressionisten Karl Schmidt-Rottluff hinterließ bleibende Eindrücke.

Den Kunstsammlungen ist der am 23. Januar 1938 in Deutschbaselitz (Sachsen) Geborene schon seit vielen Jahren eng verbunden. Seit 1998 kamen 48 Arbeiten – darunter Gemälde, Zeichnungenn, Skizzen und eine Skulptur – in das Museum.

Erstmals zeigt die Kultureinrichtung nun vier großformatige Holzschnitte der Remix-Serie. Ergänzend dazu sind die zur gleichen Serie gehörenden Gemälde „Bandit“ und „Paint Painter“ zu sehen. Diese sind nun als Dauerleihgaben aus Privatbesitz ebenfalls erstmals in den Kunstsammlungen Chemnitz zu bestaunen.

Baselitz vor seinem Werk „Paint Painter“.

Besonders für Museumschefin Ingrid Mössinger zeigte Georg Baselitz Hochachtung. „Sie war die aktivste Person in Ostdeutschland“, würdigte er die Verdienste. Mössinger habe entscheidende und wichtige Ankäufe getätigt und dafür auch Geld aufgetrieben.

Seine eigenen Bilder nun hier in den Kunstsammlungen zu sehen, finde er ganz phantastisch. Bereits 1998 wurden 200 Werke von Georg Baselitz an eben diesem Ort ausgestellt.

Zu seinem Schaffen hatte er 2017 geäußert: „Meine Bilder sind Tagebucheintragungen. Also brauche ich kein weiteres Tagebuch zu schreiben, das sind meine Bilder. Und ich muss nichts nachschlagen, diese Erinnerungen, die sind eingebrannt oder eingestempelt, die sind so prägnant, und ich kann die auch abrufen.“

Vom 17. April bis zu 8. Juli können sich Besucher der Kunstsammlungen Chemnitz einen Eindruck von Baselitz‘ Erinnerungen verschaffen. Öffentliche Führungen finden immer Samstag, Sonntag und an Feiertagen um 15 Uhr statt.

Ein Besucher bestaunt „Bandit“.

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