Grundschule für Asylbewerber umgebaut

Ab kommender Woche könnten in Mülsen St. Micheln die ersten Asylbewerber in die ehemalige Grundschule einziehen. Foto: Alice Jagals

Ab kommender Woche könnten in Mülsen St. Micheln die ersten Asylbewerber in die ehemalige Grundschule einziehen. Foto: Alice Jagals

Mülsen. Ab kommender Woche könnten rein theoretisch die ersten Asylbewerber in die Notunterkunft in Mülsen St. Micheln einziehen. Dafür baute der Landkreis die ehemalige Grundschule, die 2013 geschlossen wurde, entsprechend um. Betreiber ist die Diakonie Stadtmission. Am heutigen Samstag nutzten Anwohner den eher verdeckt gehaltenen Tag der offenen Tür, um sich ein Bild vom Inneren zu machen.

In den ehemaligen Klassenräumen wurden meist Doppelstockbetten und Schränke eingeräumt. Die Schränke dienen zusätzlich als Trennwände. Im Keller befindet sich die Küche mit acht Herden, einem Speiseraum und mehreren Waschmaschinen. Es gibt Gemeinschaftskühlschränke, mit separat abschließbaren Fächern.  Die Toiletten von damals werden weiterhin genutzt. In einem außen stehenden Container sind Duschen integriert.

Das Gebäude bietet Platz für 92 Asylbewerber. Das können allein reisende Männer, aber auch Familien oder allein reisende Frauen mit Kindern sein. Wann die Bewohner kommen, weiß selbst der Betreiber nicht. “Da kann es schon sein, dass wir erst einen Tag vorher Bescheid bekommen”, sagt Garbiele Floßmann, Vorstandsvorsitzende der Stadtmission. “Da müssen wir eben sehr flexibel sein.”

Bei der Besichtigung standen die Mitarbeiter der Stadtmission Rede und Antwort. Doch meist wurde Unmut deutlich. Das zeigen auch mehrere Hinweisschilder am Zaun des Nachbargrundstückes mit der Aufschrift „Privatgrundstück. Betreten verboten“ und das in drei Sprachen: Deutsch, Englisch und Arabisch.

So waren auch ehemalige Mitarbeiter der Grundschule vor Ort. “Wir haben in der Schule damals um jeden Cent gekämpft”, sagt eine Frau. “Jetzt stehen hier plötzlich mehrere Herde.” Eine andere Frau, die die Waschmaschinen bestaunte, meinte: “Ich kenne viele ältere Leute. Die würden sich auch über so eine neue Waschmaschinen freuen.”

Gabriele Floßmann kennt solche Aussagen. “Im Endeffekt sind es gar nicht so gute Küchen. Man muss ja auch bedenken, dass wir viel teurer kommen, wenn wir einzelne Geräte anschaffen und letzten Endes sind die Geräte für fast 100 Menschen.” “Und manch einer kennt nicht mal eine Waschmaschine”, fügt eine weitere Mitarbeiterin hinzu. Und so kam es, dass Besucher auch wissen wollten, wie sie mit den künftigen Bewohnern in Kontakt treten können.

Sie hatten nicht die Möglichkeit einen Blick in die ehemalige Schule zu werfen? Sehen Sie hier ein paar Eindrücke.

 

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