Haben Sie keine Angst vorm Krankenhaus!

Aufgrund der aktuellen COVID-19-Pandemie trauen sich nicht alle Patienten mit akuten Brustschmerzen zum Arzt, was fatale gesundheitliche Schäden zur Folge haben kann. Foto: pixabay.com

Warnsignale des Körpers ernstnehmen

„Überall wird über Corona gesprochen. Andere Erkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, geraten in der öffentlichen Wahrnehmung gerade in den Hintergrund“, sagt Dr. med. Thomas Ketteler, Chefarzt der Klinik für Kardiologie im Helios Klinikum Aue. Seine Befürchtung: „Obwohl bei einem Herzinfarkt jede Minute zählt, haben Patienten momentan Angst, sich im Krankenhaus mit Corona anzustecken und verdrängen die Infarkt-Symptome, solange es nur geht. Das ist besorgniserregend, denn viele Patienten setzen damit ihre Gesundheit aufs Spiel“.

Dr. med. Thomas Ketteler, Chefarzt der Klinik für Kardiologie am Helios Klinikum Aue. Foto: HELIOS

Im Ernstfall reagieren

Angst vor dem Krankenhaus muss man in Corona-Zeiten nicht haben, im Gegenteil: „Patienten mit akuter Luftnot oder Brustschmerzen sollten nicht zögern und unbedingt die „112“ anrufen oder sich in unserer Zentralen Notaufnahme vorstellen“, rät der Kardiologe. „In unserem Klinikum sind Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung strikt von anderen Patienten getrennt. Zudem gelten strenge Hygienevorschriften, damit sich unsere Patienten und Mitarbeiter nicht infizieren“, so Dr. Ketteler. Neben einer baulichen Abtrennung der Isolationsbereiche gilt beispielsweise vorsorglich im gesamten Haus eine Mundschutzpflicht für alle Personengruppen.

Um Kapazitäten für eine mögliche Welle von COVID-19-Erkrankten zu schaffen, wurden auch im Auer Klinikum vorsorglich gesundheitlich unbedenkliche Eingriffe verschoben. Dringende Operationen und Behandlungen werden dagegen nach wie vor mit größter Sorgfalt durchgeführt. „Sollte sich der Gesundheitszustand von Patienten allerdings verschlechtern, deren Eingriff verschoben wurde, sollte bitte unbedingt der Arzt aufgesucht oder direkt mit dem Klinikum Kontakt aufgenommen werden“, betont Dr. Ketteler.

Selbst- und Fremdschutz ernst nehmen

Die allgemeinen Hygieneregeln gelten natürlich ebenso für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Regelmäßiges Händewaschen, Husten in die Armbeuge und auf Körperkontakt zu verzichten sind wichtig, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Das gilt für gesunde, aber gerade auch für infizierte Menschen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes kann die Übertragung von Tröpfchen auf andere Menschen verringern. „Alles entscheidend ist das sogenannte Social Distancing, also auf Abstand gehen, um die Weiterverbreitung und die Infektionsrate besonders bei den Risikogruppen zu reduzieren“, sagt der Chefarzt.

Ausbildungsstellen in Deiner Region

Facebook