Handwerker fordern: Weniger Bürokratie wagen!

Die Handwerker im Erzgebirge ärgern sich über immer mehr Bürokratie.
Foto: pixabay.de

Handwerker fordern wenige Bürokratie

Von Sven Günther
Erzgebirge. Am 16. September werden im Kulturzentrum „Goldne Sonne“ Schneeberg die Gesellen in den Handwerksberufen freigesprochen. Im Rahmen der „Westerzgebirgischen Leistungsschau des Handwerks“ bekommen die jungen Männer und Frauen ihre Zeugnisse, starten dann ins Berufsleben. Auf www.wochenendspiegel.de lesen Sie, was Steffen Böttcher (Foto), der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, von der Politik erwartet.

www.wochenendspiegel.de:
Am 24. September sind Bundestagswahlen. Eine Theorie: Sie würden Kanzler werden! Was würden Sie zuerst für die Handwerker ändern?
Steffen Böttcher:
Kurz und knapp: Ich würde für gravierende Erleichterungen in der Unternehmensführung sorgen und absolute Rechtssicherheit herstellen. Aktuell sind die Inhaber von Handwerksfirmen derart mit juristischen und bürokratischen Hemmnissen konfrontiert, dass es nicht mehr zu händeln ist.

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Durch den Fachkräftemangel müssen die Löhne im Handwerk erhöht werden. Ist das positiv oder negativ?
Steffen Böttcher:
Natürlich ist es für die Beschäftigten positiv, wenn die Löhne steigen. Ich kenne keinen Chef, der seinen Angestellten nicht gern einen hohen Lohn zahlen würde.
Aber das ist die Theorie. Man muss diese höheren Löhne auch am Markt erwirtschaften können. Am Ende ist es der Kunde, der dann auch bereit sein muss, höhere Preise zu bezahlen. Das ist wie beim Mindestlohn. Zwar bekommen die Leute mehr Geld, müssen aber auch mehr für Waren und Dienstleistungen ausgeben.
Nach meiner Meinung wäre zielführend, wenn man die Bürokratie spürbar abbaut. Sie verschlingt Unsummen, die besser in höhere Löhne einfließen könnten. Genauso wäre es wichtig und richtig, die Staatsquote zurückzuführen, was am Ende auch mehr Geld in den Taschen der Beschäftigten zur Folge hätte. Kurz: Der Staat muss weniger Bürokratie wagen!

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Im Vorfeld der Wahl fordern Politiker staatliche Unterstützung für die Meister-Qualifikation. Stimmen Sie dem zu?
Steffen Böttcher:
Unbedingt. Das Handwerk braucht schlaue Köpfe! Deshalb wäre es ein gutes Zeichen, die Qualifikation zum Meister finanziell zu unterstützen. Alle Schüler sollten wissen, dass es auch im Handwerk sehr gut Karriere-Chancen gibt.

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Das Leistungsniveau vieler Schüler ist schlecht. Welche Ansätze sehen Sie als Handwerker, dies zu ändern?
Steffen Böttcher:
Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der Eltern und Schule Hand in Hand arbeiten müssen. Vielleicht kann ich einen plakativen Slogan nennen: Mütze ab im Schulhaus! Ich meine damit, das konsequente Regeln und eine Erziehung zu mehr Disziplin mit Sicherheit hilfreich sein würden.

Steffen Böttcher
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