Handwerker schimpft auf Diesel-Fahrverbot

Der Chemnitzer Handwerkskammer-Präsident Frank Wagner zur heutigen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Sachen Diesel-Fahrverbote. Foto: HWK

HWK: Diesel-Fahrverbot sind Enteignung

Von Sven Günther
Chemnitz. Der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz kritisiert das am Dienstag in Leipzig gefällte Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes in Sachen Diesel-Fahrverbot, schimpft: „Fahrverbote fügen dem Handwerk schwersten Schaden zu. Handwerker müssen mobil sein, zu Kunden fahren und auf Baustellen kommen, auch in Innenstädten.“
Für Frank Wagner sind die Dieselfahrverbote nichts anderes als eine Enteignung, bei der die Hersteller als Verursacher des Problems schadlos davonkommen.
Natürlich seien auch Handwerker für saubere Luft und saubere Fahrzeuge, so Wagner. Nur existierten im Moment keine brauchbaren Alternativen zu den oft dieselgetriebenen Nutzfahrzeugen.
Der Präsident der Handwerkskammer Wagner versteht, das Städte die Schadstoffrichtlinien umsetzen müssten, wünscht sich aber pragmatische Lösungen im Interesse der Handwerker.
Wagner: „Die Bundespolitik sehen wir in der Pflicht, das Problem endlich in den Griff zu bekommen. Dass es technische Alternativen zu Fahrverboten gibt, hat jüngst erst der ADAC gezeigt. Es ist erstaunlich, dass die Politik die Hersteller nicht stärker in die Pflicht nimmt, mehr als nur Software-Updates anzubieten. Denn die beseitigen die zu hohen Schadstoff-Emissionen nicht. Das Problem darf auch nicht zu Lasten der Steuerzahler gelöst werden.“
Frank Heidan, wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, teilt dagegen die Meinung des Umweltministeriums, dass in sächsischen Städten keine Fahrverbote drohen, weil die Luft deutlich sauberer geworden ist und die Qualität sich durch neue Technologien weiter verbessern wird.

 

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