Haribo macht wen froh?

Sabine Zimmermann (li), Thomas Lißner (2.v.li) Gewerkschafts-/Betriebsratmitglieder sowie Carsten Körber machen sich stark. Foto: Nicole Schwalbe

Wilkau-Haßlau. „Sechs Wochen vor Jahresende und damit kurz vor Weihnachten wird den Mitarbeitern von Haribo innerhalb von drei Minuten in der Betriebsversammlung mitgeteilt, dass das Werk geschlossen wird. Das ist eine Art und Weise, die mich wütend macht“, sagt Thomas Lißner, Gewerkschaftssekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Seit den 1960er Jahren existiert das Werk für „Süßes“ in Wilkau-Haßlau. 1990 wurde es von Haribo übernommen. Seitdem arbeiten dort 150 Mitarbeiter daran, Kinder und Erwachsene weltweit in über 100 Ländern froh zu machen.

„Es sind vier Millionen Euro von 2017 bis 2019 Gewinn gemacht worden hier in Wilkau-Haßlau, und das von Mitarbeitern, die an der verlängerten Werkbank für wenig Geld arbeiten“, brüskiert sich Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Kreisverbands des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Statt hier das Werk zu modernisieren, hat Haribo in Grafschaft, Rheinland-Pfalz, ein neues Werk aus dem Boden gestampft, um anschließend hier das Werk zu schließen.

Bei der Online-Petition (https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-haribo-in-wilkau-hasslau) haben bis 8965 Menschen ihr Veto eingelegt. Rechtswege, die Schließung zu verhindern, gibt es nicht. Allein der Druck durch die Öffentlichkeit kann die Familie Riegel vielleicht noch dazu bewegen, die Entscheidung rückgängig zu machen.

Neben dem Bürgermeister von Wilkau-Haßlau, Stefan Feustel (CDU), und Mitgliedern des Betriebsrates und Vertretern der Gewerkschaft NGG nahmen am heutigen Treffen auch die Bürgermeisterin von Kirchberg, Dorothee Obst (Freie Wähler), und der Bürgermeister von Reinsdorf, Steffen Ludwig (parteilos, zugleich Kreisvorsitzender Sächsischer Städte und Gemeindetag Zwickau), an der Krisensitzung teil.

Wer sich in Social Media Kanälen für den Erhalt des Werks einsetzen möchte, kann dies tun, indem man das Plakat „Haribo soll im Osten bleiben“ ausdruckt und in unterschiedlichsten Varianten fotografiert und bei Instagram und Facebook hochlädt. Das Plakat soll diese Woche noch zur Verfügung gestellt werden. „Wir wollen verschiedene Kräfte sammeln und bündeln. Wenn wir gemeinsam aktiv werden, gibt es die Möglichkeit, das Werk zu retten. Der einzige Haribo-Standort im Osten muss erhalten bleiben. Das hat die Region, das haben die Menschen verdient“, erklärt Lißner.

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