Haribo: Porträts mit Kündigung!

Mitarbeiter des Haribo-Werkes in Wilkau-Haßlau hoffen, dass eine Nachfolgelösung gefunden wird. CDU und LINKE gehen aufeinander los

Haribo-Mitarbeiter geben nicht auf

Von Sven Günther
Wilkau-Haßlau. Es sind 42, die stellvertretend für 150 stehen. Angestelle des Haribo-Werkes haben sich mit ihren Kündigungen fotografieren lassen, machen sich dafür stark, dass eine Nachfolgelösung ohne Arbeitsplatzverlust gefunden wird.

Ziel ist ein direkter Betriebsübergang an einen anderen Süßwarenhersteller. Damit würden alle Mitarbeiter übernommen. Sie bekämen Sicherheit für ihren Arbeitsplatz. Zudem blieben auch bisherige tarifliche und soziale Standards erhalten“, erklärt Thomas Lißner von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Der Gewerkschafter weiter: „Die Beschäftigten hängen an ihrem Werk und dem Zusammenhalt im Betrieb, arbeiten bis zum letzten Tag engagiert. Das darf nicht kampflos hergegeben werden.“

Hintergrund:
Nachdem Haribo am 6. November 2020, die Schließung des Standortes verkündete, erhielten die Beschäftigten viel Unterstützung. Ein Sozialplan und Interessenausgleich wurde abgeschlossen. Danach scheidet kein Beschäftigter vor April 2021 aus dem Unternehmen aus. Die Produktion wurde vor Weihnachten heruntergefahren, die Suche nach einem möglichen Nachfolger läuft.

Disput zwischen Körber und Zimmermann

Am Rande der Harbio-Verhandlungen giften sich zwei Zwickauer Bundestagsabgeordnete an.

Nachdem Carsten Köber (CDU) über vier mögliche Übernahme-Kandidaten berichtet hatte, mit denen Haribo, Ministerpräsident Kretschmer, Bürgermeister Feustel und er in Kontakt stünden, meldete sich Sabine Zimmermann (DIE LINKE), reagiert auf Meldungen, dass eine schnelle Entscheidung nicht in Sicht sei.

Sabine Zimmermann. Foto: DIE LINKE

Ihr Statement: “
Eiskalt möchte Haribo nun seine Beschäftigten entlassen und auf die Straße setzen, ohne dass es eine Nachfolgeregelung für das Werk gibt und das inmitten der von der Corona-Pandemie ausgelösten dramatischen Krise am Arbeitsmarkt. Das ist an Skrupellosigkeit kaum zu überbieten.
Offensichtlich waren die Verlautbarungen von einem Verkauf und einem Fortbestand des Werkes nur Hinhaltetaktik und eine Beruhigungspille, um den Protest kleinzuhalten und das Image des familiären Weltmarktführers, der Jobsicherheit nach eigener Aussage großschreibt, weiter zu pflegen…Aber auch der Bundestagsabgeordnete Körber, der im Dezember vollmundig verkündete, dass er, gemeinsam mit Ministerpräsident Kretschmer vier konkrete Unternehmen präsentieren könne…schuldet den Beschäftigten eine Erklärung, wie es um die von ihm postulierte gemeinsame Ermöglichung einer Nachfolgelösung bestellt ist.“

Die Reaktion von Carsten Körber folgte schnell.

Carsten Körber. Foto CDU

Er teilt mit:

„Die Verhandlungen zwischen der Haribo-Geschäftsführung und zumindest einem Kaufinteressenten sind auf gutem und konstruktivem Wege…Diese sensible Gesprächsatmosphäre darf nicht durch unnötiges politisches Störfeuer von außen torpediert werden.

Mit lautstarken und öffentlichen Äußerungen zur Offenlegung der potentiellen Interessenten ist weder den Beschäftigten noch der Stadt Wilkau-Haßlau geholfen.

Während meine Kollegin Zimmermann von den LINKEN lieber munter Pressemitteilungen schreibt, bin ich hingegen in regem Austausch sowohl mit Haribo als auch mit dem sächsischen Ministerpräsidenten. Die Namen der potentiellen Interessenten jetzt öffentlich zu nennen wie gefordert, würde das Ende jeglicher Gespräche bedeuten. Da stelle ich mir die Frage, ob es Frau Zimmermann wirklich um eine gute Lösung, auch für die Haribo-Mitarbeiter, geht oder doch nur um ihre Profilierung in der Öffentlichkeit.“

Der WochenENDspiegel meint: Wenn zwei sich streiten, ärgern sich nur die Haribo-Mitarbeiter.

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