Heizwerk Altchemnitz wird modernisiert

Roland Warner (r.), Vorsitzender der Geschäftsleitung, gemeinsam mit Projektleiter Jochen Neuhaus vor den drei neuen Heizkesseln im Heizwerk Altchemnitz. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Laut Wetterprognosen kehrt der Sommer am Wochenende zurück. Ans Heizen denkt da natürlich niemand. Doch: Beim Energieversorger eins energie werden jetzt schon die Grundlagen geschaffen, dass den Chemnitzern auch bei eisigen Temperaturen im kommenden Winter kuschelig warm wird. Ein erster Meilenstein wurde jetzt am Heizwerk Altchemnitz erreicht: Drei neue Heizkessel sind seit Juli in Betrieb und stützen die Wärmeversorgung.

Interessenten bestaunten am Montag die Anlage und informierten sich über baustellenbegleitende Auswirkungen. Links zu sehen sind zwei der weißen Stahlblech-Schornsteine. Im Hintergrund (grau) die alten Anlagen.

Die je neun Meter langen Heizkessel mit einem Durchmesser von fünf Metern und je etwa 80 Tonnen Gewicht stammen aus den Niederlanden wurden mittels Spezialtransport quer durch Deutschland nach Chemnitz gefahren. Hier wurden die drei Kessel sowie drei 36 Meter lange Stahlblech-Schornsteine und zwei je 100 Kubikmeter fassende Wasservorratsbehälter aufgestellt. Zusammen können so 100 Megawatt Leistung erreicht werden. Damit kann ein Viertel des Chemnitzer Fernwärmemarktes abgedeckt werden.

“Wir stellen sicher, dass wir auch in 20 Jahren unsere Kunden noch mit Wärme versorgen können”, sagte am Montag Roland Warner, Vorsitzender der eins-Geschäftsleitung beim Vor-Ort-Termin in Altchemnitz. Etwa zehn Millionen Euro hat sich eins diese Investition kosten lassen. Und damit ist noch nicht Schluss. Ein neues Motorenheizkraftwerk (MHKW) soll ab 2020 im Altchemnitz auf dem Gelände an der Südstraße errichtet werden. Schon im August beginnen die vorbereitenden Arbeiten.

Denn eins will zukünftig seine Energieversorung nicht nur umweltschonender sondern auch flexibler gestalten: Motorenheizkraftwerke und ein Holzkraftwerk (in Siegmar) werden Strom und Wärme erzeugen. Das neue Motorenheizkraftwerk in Altchemnitz wird aus fünf Modulen bestehen und eine Leistung von mindestens 50 Megawatt erreichen.

Das Heizwerk Altchemnitz wurde 1976 errichtet und als Spitzenheizwerk an besonders kalten Wintertagen angelegt. Während die Spitzenlast 1990 aber noch bei 1000 Megawatt lag, ist diese auf eine Fernwärmesitzenlast von maximal 375 Megawatt gesunken. Der starke Bevölkerungsrückgang in Chemnitz nach der Wende machte auch den Energieversorgern zu schaffen.

Insgesamt will das Energieunternehmen bis 2029 komplett aus der Braunkohle aussteigen. Damit werden 1 Million Tonnen Kohle und rund 600.000 Tonnen CO2 eingespart – das entspricht dem Ausstoß von etwa 260.000 PKWs. In den nächsten zehn Jahren wird eins etwa 400 Millionen Euro in die Umrüstung und Modernisierung seiner Anlagen investieren, davon bis 2023 etwa 200 Millionen Euro.

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