Helge Leonhardt unterstützt MP Michael Kretschmer

Helge Leonhardt, Präsident des FCE und Unternehmer. Foto: Birgit Hiemer

Wirtschaft schließt sich MP Kretschmers Meinung an

Von Sven Günther
Chemnitz. Er hat seine Meinung vertreten, mit Blick auf die engen Kontakte sächsischer Firmen mit Russland das Ende der Wirtschaftssanktionen gefordert. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach darüber während des Wirtschaftsforums in St. Petersburg mit Wladimir Putin.
Ein Gespräch, das eine Debatte auslöste. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer widersprach dem Sachsen, Thüringens Ministerpräsiden Ramelow (DIE LINKE) applaudierte Kretschmer. Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) verkündete via Twitter, man dürfe nicht zulassen, dass Europa und Deutschland außenpolitisch gespalten würden. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betonte schließlich, dass die Sanktionen bestehen bleiben müssten, da sich an den Gründen (u.a. Annexion der Krim) nichts geänderte habe.
Die Forderung Kretschmers sorgte für Debatten in Zeitungen, die Frage, ob Ost- und Westdeutsche politisch anders ticken, wurde gestellt. Eine Frage, die Politik-Wissenschafter Prof. Werner Patzelt im WochenENDspiegel letzte Woche beantwortet hat: JA.
Meinungen hier, Stellungnahmen dort. Was aber sagt die betroffene Wirtschaft in Sachsen? „Als sächsische Industrie- und Handelskammern begrüßen wir die Initiative des sächsischen Ministerpräsidenten im Interesse unserer sächsischen Wirtschaft“, so Hans-Joachim Wunderlich, Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz im Namen der IHKs im Freistaat Sachsen.

Fakt ist: Russland stürzte im Ranking der Außenhandelspartner des Freistaates von Platz 6 im Jahr 2012 auf Rang 17 im Jahr 2018 ab.
Tatsächlich ist der sächsische Mittelstand stark betroffen. Sachsen exportierte 2018 Waren für 537 Mio. Euro nach Russland, importierte für 263 Mio. Euro Waren. Damit waren die Exporte immer noch rückgängig im Vergleich zu den Vorjahren. Die wichtigsten sächsischen Exportgüter sind Kraftwagen und -teile, Papiererzeugnisse, pharmazeutische Artikel, Werkzeugmaschinen, Pumpen und Kompressoren.
„Wir halten es für wichtig, dass man mit neuen Kooperationsangeboten versucht, die Negativ-Spirale in den Beziehungen mit Russland zu überwinden und eine positive Entwicklung vorantreibt.
Auch eine durch Sanktionen bedingte einseitige Orientierung Russlands nach China liegt nicht in unserem wirtschaftlichen Interesse“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich.

So sieht es Helge Leonhardt

Für Helge Leonhardt, Chef der international agierenden „Leonhardt Group“ und Präsident des FC Erzgebirge Aue, gehören die Handelsschranken abgeschafft: „Ich kann die Forderung des sächsischen Ministerpräsidenten nur unterstützen. Uns allen muss klar sein, dass Deutschland und Europa Russland als wichtigen Partner in vielen Belangen brauchen. Die Abschaffung der Sanktionen ist überfällig.“
Der Unternehmer weiter: „Ich kenne das Land und ich kenne die Menschen. Wir müssen Vertrauen in Russland aufbauen und die politisch motivierten Barrikaden einreißen. Putin hat Deutschland und Europa mehrfach die Hand gereicht.
Die sollten wir nicht länger ausschlagen. Da sollte man eher über Allianzen nachdenken und das nicht nur auf wirtschaftlichen Gebiet sondern auch auf politisch-kulturellen und auf dem Gebiet der Verteidigung.
Zum Thema Krim sollte man in die Geschichtsbücher schauen und erfährt, dass Chruschtschow die russische Krim 1954 der Sowjet Republik Ukraine schenkte. Noch immer leben in großer  Mehrzahl Russen dort, die auch weiterhin zu Russland gehören wollen. Den Willen der Menschen sollte man respektieren.“

14 Millionen Euro Schaden

Wie die Sanktionen schaden, macht Prof. Dr. Ing. Hans J. Naumann, Chef von Niles-Simmons-Hegescheidt deutlich, äußerte sich im WochenENDspiegel: „Durch die Kündigung von Kooperationsverträgen ist der NSH-Gruppe (https://www.wochenendspiegel.de/niles-simmons-hegenscheidt-neuer-cfc-hauptsponsor/ ) ein Schaden von 14 Millionen Euro entstanden.
Die lakonische Antwort der Bundesregierung auf die Frage, wer für diesen Schaden aufkommt – was normalerweise der Schadensverursacher sein müsste – war, dass die Bundesregierung für solche Ereignisse keine Verantwortung trägt.“
Schon das ist ein Standpunkt, der den Unternehmer empört. Immerhin geht es um ein Volumen von 35 Mio. Euro, das nach fünf Jahren erreicht werden sollte.
Noch ärgerlicher wird er, wenn man ihn konkret auf die Ministerien anspricht. Prof. Naumann erklärt: „Seit Februar 2018 liegen Anträge für Sondergenehmigungen bei den Herren Altmaier und Maas. Es ist eine Unverschämtheit, dass wir keine Antwort bekommen.“
Er stellt sich an die Seite von Michael Kretschmer, sagt. „Er hat meine vollste Unterstützung. Es bedarf keiner großen Weisheit, dass Russland mit seinen Ressourcen für Deutschland ein äußerst wichtiger Handelspartner ist, den man nicht länger durch oberflächliche Betrachtungen einschränken sollte. Die Sanktionen gehören abgeschafft, weil sie nicht mehr in die Zeit gehören.“

 

 

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