Helmholtz-Studie: Tests auf Corona-Antikörper in Chemnitz

Symbolbild: Pixabay

Der gestrige Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel war lang, die Erwartungen nicht überraschend gering, der Lockdown bis 28. März verlängert. Währenddessen versuchen Forscher des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung nun, den Anteil der Bevölkerung zu bestimmen, der Antikörper im Blut hat und somit vermutlich bereits mit dem Virus infiziert war. Seit Mittwoch an ist auch die Region um Chemnitz vorgesehen. 

Die Dunkelziffer ist da. Doch das tatsächliche Vorkommen von Infektionen mit SARS-CoV-2 in der Bevölkerung könne noch nicht verlässlich abgeschätzt werden, wie Studienleiter Prof. Dr. Gérard Krause am Mittwoch in einer digitalen Pressekonferenz erklärte. Einige Menschen würden bisher keine oder nur sehr milde Symptome zeigen, was die Zahl der Infektionen und Menschen mit Antikörper steigen lassen könnte, so der Wissenschaftler.

Auch die Frage, inwieweit in der Folge einer Infektion eine mutmaßliche Immunität gegen SARS-CoV-2 aufgebaut wurde, bleibe bislang offen. Ziel ist es, die tatsächliche Verbreitung von Infektionen mit SARS-CoV-2 und entsprechender Immunität in verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Deutschland zu untersuchen.

Gestartet ist die Studie bereits im Juli 2020 mit der Pilotregion Reutlingen, es folgten Freiburg, Aachen, Greifswald, Hannover, Osnabrück und Magdeburg. Seit dieser Woche beteiligt sich auch die Region Chemnitz daran. Im Rahmen der Studie erhalten deshalb in den kommenden Tagen mehrere tausend Menschen aus der Stadt und den umliegenden Landkreisen Erzgebirge, Mittelsachsen und Zwickau eine Einladung, freiwillig an der Corona-Antikörperstudie MuSPAD teilzunehmen. Bis zu 3.000 Menschen sollen getestet werden.

Die Probandinnen und Probanden werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Das Alter und die Geschlechter-Verteilung wurden dabei berücksichtigt.  Die Teilnehmer müssen zur Blutabnahme ins Studienzentrum, das sich im ehemaligen Technischen Rathaus an der Annabergerstraße befindet. Per App oder in Schriftform können die Menschen dann noch weitere Fragen zuhause beantworten. Die Teilnehmer erhalten ihr Laborergebnis schließlich auch über die App.

Für Personen, für die der Weg ins Studienzentrum ein gesundheitliches Risiko darstellt, besteht die Möglichkeit die Beprobung im Rahmen eines Hausbesuches von einem mobilen Team durchführen zu lassen.

Bundesweit werden die Untersuchungen jeweils zu unterschiedlichen Zeiten durchgeführt, die Ergebnisse der Studie sollen somit fortlaufend veröffentlicht werden, wie Krause sagt.

 

Jobs in Deiner Region

Facebook