Her mit der Mark!

Seit 20 Jahren zahlen wir in Euro. In Werdau zählt bis heute die D-Mark. Foto: AdobeStock

In Werdau zählt die D-Mark

Von Sven Günther
Werdau. Mit dieser Aktion macht sich Stadt wieder weit, weit, weit über die Region hinaus bekannt. TV-Teams drehen, Zeitungen berichten, Menschen sagen: „Da sieh mal einer an.“ Der Grund: Ein Jubiläum! Seit 20 Jahren bezahlen wir mit dem Euro – und in der 20.000-Einwohner-Stadt gilt die D-Mark bis heute!
Ron Mittag vom Vorstand des Gewerbeverbundes der Stadt: „2002 hatte unser Vereinsvorsitzender Rolf Hartmann die Idee, zwei Wochen die alte Währung weiter gelten zu lassen.“
Es wurden 20 Jahre – und die Kunden kommen noch immer mit dem Geld der alten Bundesrepublik in die Läden. Mittag: „In den ganz Jahren haben wir 1,5 Millionen Mark eingenommen. Allein im letzten Jahr waren es 6000 Mark. Getauscht wird zum offiziellen Wechselkurs von 1,955 zweimal im Jahr in der Bundesbank in Chemnitz.“
Zum Jubiläum wurde die Aktion noch einmal aufpoliert, ein neues zeitgemäßes Logo und der Slogan „Her mit der Mark“ entwickelt.

 

Was haben Sie mit Ihrem ersten Euro bezahlt?

Ich erinnere mich noch genau, wofür ich meinen ersten Euro ausgegeben habe. Im Café Cortina meiner Heimatstadt Annaberg-Buchholz beglich ich die Rechnung für zwei Kaffee in sehr angenehmer Damenbegleitung.
Und Sie? Wofür legten Sie Ihre ersten Euro auf den Tisch? Schreiben Sie mir an

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Wissenswertes zur D-Mark von der Sparkasse

Geldscheine im Wert von rund 5,77 Milliarden Mark und Münzen im Wert von etwa 6,61 Milliarden sind nach Schätzungen der Bundesbank noch nicht umgetauscht – also rund 12,48 Milliarden DM. 16,2 Millionen DM gingen im letzten Jahr in den Filialen der Deutschen Bundesbank ein.
Der größte Einzelbetrag belief sich auf 711.335 Mark. Die D-Mark ist offenbar nicht so leicht kleinzukriegen und so mancher Schatz schlummert noch unter deutschen Kopfkissen.

Über Nacht zum Millionär

Immer wieder tauchen überraschende D-Mark-Funde auf – versteckt in Säcken, Einkaufstüten oder Büchern. Erst 2020 meldete die Bundesbank einen sensationellen DM-Fund: Ein junger Mann entdeckte im Haus seines Onkels fast 3,5 Millionen D-Mark. Eigentlich wollte der Mann das Haus verkaufen, um offene Rechnungen zu begleichen. Das war nicht mehr notwendig, als er den D-Mark-Schatz bei der Deutschen Bundesbank umgetauscht hatte. Es kann sich also durchaus lohnen, den Dachboden oder Keller nach verborgenen D-Mark-Schätzen zu durchsuchen.

D-Mark unbegrenzt umtauschbar

Anders als in vielen anderen europäischen Ländern gehört die Bundesbank zu den wenigen Notenbanken, die alte Geldscheine und Münzen überhaupt noch annehmen. Die meisten Notenbanken aus den anderen Euroländern haben den Umtausch der alten Währungen bereits vor Jahren befristet und somit viele Milliarden Euro an Bilanzgewinnen verbucht. Anders als die deutsche Notenbank erstatten sie seit dem Stichtag nicht mehr den Gegenwert ihres alten Geldes.

Stabile Währung auch in Eurozeiten

Die D-Mark wurde wegen ihrer hohen Wertstabilität weltweit als Reserve- und Ankerwährung für Sparguthaben verwendet. An Wert musste sie bis heute nicht einbüßen, da sie von der Bundesbank nach wie vor zu festen Bedingungen getauscht wird. Der Wechselkurs bleibt dabei unverändert: Ein Euro ist für 1,95583 D-Mark erhältlich.

Aufgrund der Corona-Pandemie wurden insgesamt allerdings wesentlich weniger Münzen und Scheine in den Bundesbankfilialen umgetauscht. Grund sind die durch den Lockdown häufig geschlossenen Filialen. Banknoten und Münzen mussten per Post eingereicht werden. Die größten Bestände des alten Bargelds tauschten die Deutschen rund um die Einführung des Euro Anfang 2002 um.

500-Euro-Schein nach wie vor beliebt

Knapp zwei Jahre nach dem Ausgabestopp für den 500-Euro-Schein erfreut sich die wertvollste Euro-Banknote nach wie vor großer Beliebtheit. Die Deutsche Bundesbank und die Österreichische Nationalbank haben den lilafarbenen Schein letztmals Ende April 2019 herausgegeben. Laut Bundesbank waren bis zum 22. Juli noch Scheine im Wert von rund 145 Milliarden Euro im Umlauf.

Befürworter der Abschaffung sind der Meinung, der 500-Euro-Schein erleichtere Terrorfinanzierung und Geldwäsche. Natürlich behalten die im Umlauf befindlichen 500 Euro-Scheine ihre Gültigkeit und bleiben gesetzliches Zahlungsmittel. Das bedeutet, dass Geschäfte sie weiter bei Zahlungen akzeptieren müssen und die Banknoten bei Kreditinstituten eingezahlt werden können.

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