Herr der Minischlösser

Museumsleiterin Gabriele Pabstmann und Bastler Horst Oschmann mit einem Modell von Schloss Mylau. Foto: Uwe Wolf

Wolkenburg. Er ist der Herr über viele Schlösser in Sachsen und Thüringen – Horst Oschmann aus Waldenburg. Allerdings gehören ihm die Bauwerke nur en miniature. Er fertigte die Schlösser und Burgen im Maßstab 1:250 bis 1:300. Er baut die herrschaftlichen Vorbilder mit Farbkarton, Stiften, Leim und Schere nach. Besonderen Wert legt der Modellbauer auf Feinheiten wie Fenster, Türmchen und Erker. Dafür arbeitet er mit Pinzette, Lupe und viele Fingerspitzengefühl.

70 seiner Modelle zeigt der Bastler derzeit in einer Sonderausstellung auf Schloss Wolkenburg. Sie trägt den Titel „En miniature – Sächsische und thüringische Schlösser und Burgen im Modell“. Die Ausstellung zeigt eine Welt im Kleinformat.

„Ich wurde im Krieg geboren. Als Kind musste ich mir die Zeit mit einfachsten Sachen vertreiben. Als Glauchauer wohnte ich in der Schlossstraße und ich hatte ständig das Schloss vor Augen“, so Horst Oschmann. Das sei der Anfang seines Bastelhobbys gewesen. Erst arbeitete er mit Bastelbögen. Später radelte er per Fahrrad und Fotoapparat durch das Muldental und Zschopautal und später fuhr er mit dem Moped durch das Elbtal. Rund 200 Schlösser besichtigte er, um sie zu fotografieren. Manchen waren nur noch Ruinen, andere in einem schlechten baulichen Zustand. „Fotos zu bekommen war damals alles andere als einfach. Ich wurde fortgejagt, bin Felsen runtergerutscht, in Böden eingebrochen und einmal hat man mich sogar mit der Pistole bedroht“, erinnert sich der Modellbauer.

Horst Oschmann zeigt die Schlösser, wie er sie gesehen hat. Viele sind danach repariert oder saniert worden. An seinen Modellen arbeitete der Waldenburger die Änderungen ein. Die ausgestellten Modelle sind seit den 1980er Jahren entstanden. Horst Oschmann wählt Schlösser und Burgen, die historisch und künstlerisch bedeutsam und touristisch erschlossen sind. Besonders am Herzen liegen dem Modellbauer kleine, weniger bekannte Anwesen.  Die Modelle lenken den Blick auf die Vielfalt und die Historie der Schlösser und Burgen der näheren und weiteren Umgebung.

Das jüngste Modellbau-Projekt darf natürlich in der Ausstellung nicht fehlen: In diesem Jahr entstand ein Modell von Schloss Wolkenburg. „Alle meine Modellesind handgefertigt. Alles wurde ohne Computer gemacht, es ist auch kein Druck dabei. Es gibt auch keine Serien von Modellen sondern alles sind Unikate und einmalig“, sagte Horst Oschmann abschließend. Die Ausstellung läuft bis zum 7. Januar 2018, anschließend beginnt die Winterschließzeit auf Schloss Wolkenburg.

Am 3.12.2017 und 7.1.2018, jeweils 14.30 Uhr gibt es „Schlossgeschichten“. Horst Oschmann erzählt über den Modellbau von Schlössern und Burgen. Am Sonnabend, den 16.12. um 15.30 Uhr sind alle zu einer stimmungsvolle Führung rund um das Schloss: „Groß und Klein im Lampenschein – Die Weihnachtsvorbereitungen der Altvorderen“ eingeladen. Treffpunkt ist an der Schlosskasse. uw

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