Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch in Mittelsachsen Todesursache Nummer Eins

Gefäßverschlüsse durch Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen bedrohen die Funktion des Herzens. Bei einem Infarkt drohen bleibende Schäden undsogar der Tod, wenn nicht sofort gehandelt wird. Bestimmte Symptome sind ernstzunehmende Vorboten. Foto: Fotolia.com/S. Kaulitzki

Gefäßverschlüsse durch Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen bedrohen die Funktion des Herzens. Bei einem Infarkt drohen bleibende Schäden und sogar der Tod, wenn nicht sofort gehandelt wird. Bestimmte Symptome sind ernstzunehmende Vorboten. Foto: Fotolia.com/S. Kaulitzki

Mittelsachsen. Die Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind Todesursache Nummer 1. Die Zahlen des statistischen Landesamtes Sachsen für den Landkreis Mittelsachsen belegen das. Auch Mediziner sind alarmieren und warnen seit Jahren vor wachsenden Risiken und den hohen Kranken- und Todesfallzahlen.
Im Jahr 2014 waren im Landkreis Mittelsachsen insgesamt 12.768 Personen von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems betroffen. Davon waren 6.775 Männer und 5.993 Frauen.
Auf spezielle Krankheitsbilder, die das Herz betreffen, bezogen sehen die Zahlen nicht weniger alarmierend aus. An Ischämischen Herzkrankheiten – Angina pectoris, Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Herzkranzgefäße, Erkrankung der herzversorgenden Gefäße (Koronararterien) – litten insgesamt 2.248 Personen, darunter 1.527 Männer und 721 Frauen.
Von einem akuten und/oder rezidivierender Myokardinfarkt (Herzinfarkt) waren 2014 im Landkreis Mittelsachsen 559 Männer und 311 Frauen, also insgesamt 870 Personen betroffen.
Diese Zahlenentwicklungen verzeichnen hinsichtlich des Alters der Erkrankten zwei große Sprünge: Im Alter zwischen 40 und 50 sowie zwischen 60 und 70 Jahren verdoppeln sich jeweils nahezu die Erkrankungen.
Oberärztin Frau Dipl.-Med. Elvira Gnehrich, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie an der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH sagt dazu: „Diese zwei Altersschwellen sind korrekt. Dort befinden sich besondere Risikogruppen. Und auch die Wahrnehmung, dass inzwischen mehr und mehr junge Leute von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind, ist richtig. Das hat vielerlei Gründe. Zum Beispiel treten die Miterkrankungen wie Diabetes bereits in jungen Jahren vermehrt auf. Auch werden die Risiken, die zu solchen Erkrankungen führen, immer größer. Es sind mehr und mehr Menschen übergewichtig. Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung sind stetig steigend. Aber auch schädliche Umwelteinflüsse wie Lärm und vor allem Stress darf man nicht unterschätzen.“
Zur Frage, ob die Information innerhalb der Bevölkerung zur Prophylaxe ausreichend sei, erklärt Oberärztin Elvira Gnehrich weiter: „Ich glaube, dass es immer noch zu wenig Vorsorge gibt. Auch die Krankenkassen müssten noch stärker informiern, stärker präventiv tätig werden. Leider stellt man immer wieder fest, dass die Leute erst nach einem Infarkt oder einer entsprechenden Herz-Kreislauf-Erkrankung motiviert und engagiert gegen eine Neuerkrankung vorgehen und aktiv werden.“

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