Hier macht Spielen Spaß

Fühlen sich wohl, die Hortkinder vom Hort „Sonnenschein“ auf dem neuen Spielplatz in der Mittweidaer Schwanenteichanlage. Foto: Uwe Wolf

Mittweida. „Kinder sind unsere Zukunft“. Der Satz fällt in der Politik oft, wenn es um Investionen im Bereich der Kinder und Jugendlichen geht. Sowohl Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalpolitiker bedienen sich gern dieses Satzes. In manchen Fällen steckt dann nichts dahinter. In einigen Fällen wird aber auch richtig Geld angepackt, um etwas für die Kinder zu tun.

In Mittweida hat die Stadt jetzt gleich zwei Spielplätze in der Schwanenteichanlage eingeweiht. Der Kleinkinderspielplatz am Schwanenschlösschen entstand auf der südöstlichen, dem Wasser abgewandten Gebäudeseite positioniert. Der neue Jugendspielplatz entsteht anstelle des bestehenden, aber bereits in die Jahre gekommenen Spielplatzes im südwestlichen Bereich der Schwanenteichanlage. „Wir haben rund 320.000 Euro in die beiden Vorhaben investiert“, so Oberbürgermeister Ralf Schreiber. „Über EFRE erhalten wir 80 Prozent Förderung. Da beide Vorhaben im Stadtumbaugebiet liegen erhalten wir vielleicht weitere 10 Prozent Förderung.“

Schreiber stellte fest, dass ohne Förderung solch e Vorhaben für die Stadt finanziell nicht möglich wären. Der Kinderspielplatz ist vorrangig den kleineren Kindern, Altersgruppe bis ca. 10 Jahre, vorbehalten. Thema des Spielplatzes ist u.a. die spielerische Vermittlung von einheimischen Laubgehölzen. Wie sieht ein Eichenblatt aus? Woran erkennt man eine Kastanie? Schon bald werden die Kinder erkennen, dass jedes Blatt anders geformt ist und zu welchem Baum es gehört. Eichenrutsche, Buchennest, Kastanienwippe und Kletterahorn sind Spielgeräte aus vorwiegend Robinienholz mit markanten Gummiapplikationen in Form der unterschiedlichen Blätter. Ein kleines Baumhaus und ein Hochsitz können erkundet werden. Ergänzt wird das Angebot durch den benachbarten Rohstofflagerplatz, wo kleinere Holzstämme, Äste und Zweige gesammelt, gestapelt und mit Gummi-Säge und -Axt bearbeitet werden können. Durch den Bau des Kinderspielplatzes sowie einer möglichen Erweiterung der Außengastronomieflächen am Spielbereich wird die Aufenthaltsqualität und Anziehungskraft des Schwanenschlösschens deutlich erhöht.

Der neue Jugendspielplatz ist vorrangig für größere Kinder und Jugendliche, Altersgruppe 8 – 16, konzipiert. Die einzelnen Spielgeräte thematisieren besonders die Bewegungsenergie und die Sinneserfahrungen, die dabei gemacht werden können. „Schwingen, Schweben, Hängen, Kreisen – ja sogar Abheben ist hier möglich“, erläuterte Sebastian Fauck von Rewald Landschaftsarchitekten Dresden, die beide Spielplätze planten. „Das Grundgerüst bildet der Energiewald – ein Stangenwald aus bis zu 3 m hohen Holzstangen. Zwischen den Stangen sind die einzelnen Spielgeräte aufgespannt, zum Teil hängen sie wie Blätter in den Bäumen“, erklärte Fauck.

Die Drehende Energie ist eine schräge Drehscheibe, die zum einem sehr deutlich die Fliehkraft spüren lässt und zum anderen mit Hilfe eines Generators Strom erzeugt. Dieser wird direkt für eine Effektbeleuchtung verbraucht. Laut Sebastian Fauck kann man mittels Bluetooth über das Handy auf der Bank Musik hören. „Ansonsten kann man Trampolinspringen, Klettern und auf den Hängematten abhängen“, sagte der Planer. Besonders für ältere Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene sind einige interessante Informationen zu Themen wie Energiebilanz, Stadtklima oder Nachhaltigkeit versteckt. Der Ökologische Fußabdruck, ein im Platzbelag integriertes Element, ist ein weiterer Baustein in der Wissensvermittlung. uw

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