Hochwasser: (K)Ein Land unter

Hochwasser

Drei große Hochwasser seit 2000 – vor allem an die beiden Augusthochwasser 2002 und 2010 erinnern sich viele mit Schrecken. 100-prozentige Sicherheit vor Überflutungen gibt es trotz erhöhter Schutzmaßnahmen auch heute nicht. Foto: Fotolia/Thaut Images

Chemnitz. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad Celcius ist Wasser ein ersehntes Gut. Das war im August nicht immer so Denn der August ist in Chemnitz ein Hochwassermonat. Betroffene und auch andere Chemnitzer denken mit Schrecken an die Überschwemmungen von 2010 zurück, nach dem Jahrhunderthochwasser von 2002, überfluteten damals auch hier die Flüsse im Stadtgebiet zahlreiche Straßen und Keller und zerstörten Hab und Gut.

Schlimm am Augusthochwasser vor fünf Jahren war die Schnelligkeit, mit der das Wasser kam und Betroffene nahezu handlungsunfähig machte.   So schnell die Flut oftmals kommt, so schnell ist das Wasser auch wieder weg. Doch was bleibt sind viel Arbeit und Leid für Betroffene.
Das letzte Hochwasser liegt erst zwei Jahre zurück, damals traten die Chemnitz, Würschnitz, Zwönitz und die Flüsse zweiter Kategorie am 1. Juni über die Ufer.

Wie sieht es 2015 aus? Ist die Stadt für ein neuerliches Hochwasser in diesem Ausmaß jetzt besser gewappnet? Es ist ein beängstigendes Gefühl, wenn tosende Wassermassen sich ihren Weg suchen. Solange noch im Flussbett bietet es einen schaurig schönen Anblick, doch spätestens wenn das Wasser über die Ufer tritt droht Lebensgefahr.

Stadt Chemnitz nicht überall für Hochwasserschutz zuständig

Zweiklassengesellschaft bei Chemnitzer Flüssen hat an sich nichts mit der Einstufung der Priorität zu tun, sondern mit der Zuständigkeit. Während die sächsische Landestalsperrenverwaltung für Flüsse erster Ordnung, wie die Chemnitz, Zwönitz und Wirschnitz zuständig ist, fällt die Zuständigkeit für Gewässer zweiter Ordnung in die Obhut der Stadt Chemnitz. Hierzu gehören beispielsweise die oft harmlos erscheinenden Bächlein und Flüsschen, wie der Pleißenbach, der Kappelbach usw.

In den vergangenen Jahren wurden so von der Landestalsperrenverwaltung mehr als 25 Millionen Euro in den Ausbau des Hochwasserschutzes entlang der drei großen Flüsse investiert. Dazu gehört beispielsweise die Erneuerung der Ufermauer entlang der Chemnitz, die Instandsetzung und Errichtung der Deiche u.a. im Bereich Harthau, Altchemnitz, Glösa, Furth und Draisdorf.

Darüberhinaus wurde Hochwasserrückhaltebecken geschaffen. Neben Neuwürschnitz plant die Landestalsperrenverwaltung auch den Bau eines weiteren im Bereich Jahnsdorf. Die Stadt investierte im Stadtteil Rottluff rund 202.000 Euro für ein ebensolches .

Hochwasser

Die damalige Rekordmarke von 3,80 Meter 1954 übertraf die Chemnitz 2002 bei 4,02 Meter und 2013 mit 3,85 Meter. Foto: Archiv

Hochwasser Annaberger Straße

Land unter auf der Annaberger Straße Ecke Gustav-Freytag-Straße zum Hochwasser 2013. In vielen Teilen der Stadt traten die Flüsse über die Ufer. Foto: mü

Feuerwehr im Dauereinsatz. Rettungskräfte sind beim Hochwasser mit schwerem Gerät im Einsatz. Foto: bit

Feuerwehr im Dauereinsatz. Rettungskräfte sind beim Hochwasser mit schwerem Gerät im Einsatz. Foto: bit

Stadt der Moderne mit moderner Hochwasserschutztechnik – aber immer dann Neuerungen wenn es zu spät war

Es scheint so, als müsse immer erst etwas passieren, dass neue Technik und Warnsysteme in Betrieb genommen werden. So wurde im Nachgang des Jahrhunderthochwassers im Frühjahr 2003 ein Meldesystem für die Pegelstände der Flüsse erster Klasse eingeführt. Die Einrichtung dieser Messsysteme für die kleineren Flüsse zweiter Klasse, Kappelbach und Pleißenbach, erfolgte erst 2012, zwei Jahre nach dem Hochwasser von 2010.

Die Kosten für dieses Überwachung beliefen sich auf 28.000 Euro. Die Daten werden an die Leitstelle der Feuerwehr übertragen und von dieser aus wird die Alarmstufe festgelegt. Ebenfalls erst nach dem Hochwasser 2010, 2011 wurden insgesamt zwölf Sirenen entlang der gefährdeten Gebieten an der Zwönitz und Würschnitz installiert.

Informationsquelle: Soziale Medien und Internet

Modern ist in jedem Fall die Einrichtung eines SMS-Service, über den Warnung per Kurznachricht an die angemeldten Empfänger gesandt wird. Seit 2012 können sich Bürger, Unternehmer, Gewerbetreibende und Institutionen per SMS-Nachricht automatisch über Hochwassermeldungen informieren lassen. Insgesamt werden drei unterschiedliche Nachrichten versandt.

Von der Eröffnung des Hochwassernachrichtendienstes über die Warnung vor Alarmstufen zwei bis vier bis hin zur Aufhebung aller Warnung werden Abonnenten des Dienstes informiert. So hat gerade das Hochwasser von 2013 deutlich gezeigt, dass Chemnitzer sich auf unterschiedlichen Wegen informieren. Neben dem SMS-Service, hat gerade der Zugriff auf die Homepage der Stadt, der Tages- und Wochenzeitungen in dieser Zeit sprunghaft zugenommen. Auch der Austausch über Facebook zeigt den neuen Weg, der Informationsbeschaffung.

Von Stephanie Ihle

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