Homeoffice? Neues Finanzamt in Annaberg wird nicht gebaut

Schock für Annaberg-Buchholz. Das geplante zentrale Finanzamt für den Erzgebirgskreis wird nicht gebaut. Das 30-Millionen-Euro-Projekt ist gekippt, die Planungskosten von 1,7 Millionen Euro waren zum Teil umsonst. Foto: pixabay.com

Neues Finanzamt kommt nicht!

Die Meldung ging 11.01 Uhr in den Redaktionen ein. Überschrift: Standortekonzept für Sachsens Finanzämter wird weiter umgesetzt.

Im vierten Absatz der Hammer: „Konkrete Änderungen ergeben sich vor allem im Erzgebirgskreis….Auf die bisherige Errichtung eines viergeschossigen Neubaus wird zugunsten des Erhalts der Außenstellen des Finanzamtes Annaberg verzichtet. Die bisherigen Planungen werden aktuell auf die geänderte Situation angepasst.“

Für die Verantwortlichen der Stadt ein Schock. Bislang war man davon ausgegangen, dass in Annaberg-Buchholz das zentrale Finanzamt mit 400 Mitarbeitern gebaut werden würde. Rund 30 Millionen Euro Baukosten waren veranschlagt. Vor dem Hintergrund wurden mehrere innerstädtische Wohnprojekte umgesetzt.

Jetzt plötzlich die Kehrtwende. Die Finanzämter in Stollberg und Schwarzenberg bleiben erhalten, in Annaberg werden Post und altes Finanzamt nur noch saniert. Der Annaberger-Buchholzer Oberbürgermeister Rolf Schmidt hatte die Stadträte bereits in der Stadtratsitzung am Donnerstagabend informiert.

Die Gründe für die Planänderung im sächsischen Finanzministerium sind noch nicht klar. Insider sprechen von einer Neubetrachtung der Situation vor dem Hintergrund der Möglichkeiten des Home-Office. Man geht offenbar davon aus, dass in Zukunft die Finanzbeamten häufig von zuhause arbeiten werden.

In der Pressemitteilung sagt Finanzminister Finanzminiter Hartmut Vorjohann. „Insgesamt haben wir das Standortekonzept wirtschaftlich und regional ausgewogen justiert, sodass wir mit einer zukunftsfähigen und gut erreichbaren Finanzamtsstruktur für den Freistaat Sachsen langfristig aufgestellt sind.“

IM UMKEHRSCHLUSS heißt das: Das bisherige Konzept eines zentralen Finanzamtes war wirtschaftlich und regional NICHT ausgewogen justiert??? Eine entsprechende Anfrage des WochenENDspiegel beim Finanzministerium ist gestellt.

 

 

 

 

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