HWK-Präsident Frank Wagner: “2019 ist das Jahr der Entscheidungen”

Frank Wagner, Präsident der Handwerkskammer Chemnitz eröffnete den Frühlingsempfang 2019 im Alten Gasometer in Zwickau. Foto: Judith Hauße

Zwickau/Chemnitz. Mit Blick auf Digitalisierung, Energiewende und internationale Verknüpfungen stellt sich das Handwerk in seiner aktuellen Kampagne die Frage “Ist das noch Handwerk” – Dieser entgegnet Handwerkskammer-Präsident Frank Wagner zum diesjährigen Frühlingsempfang am Donnerstag mit mehr als 160 Gästen aus Handwerk, Politik und Gesellschaft im Alten Gasometer in Zwickau zuversichtlich. In seinem Grußwort betonte er: “Unser Wirtschaftsbereich hat sich schon immer gewandelt, von der Dampfmaschine bishin zum elektrischen Antrieb. All das hat nicht zuletzt auch die Handwerksberufe verändert und jedes Mal ist die Branche stärker und vielseitiger aus den Neuerungen hervorgegangen.” Zudem sehe Wagner der digitalen Zukunft des Handwerks positiv entgegen. “Unsere Meister stehen bereit, die neuen Technologien in ihren Betrieben anzuwenden und Lehrlinge dahingehend zu unterrichten.” Rund drei Millionen Euro hat die Handwerkskammer in die digitale Infrastruktur ihrer beiden Bildungs- und Technologiezentren investiert.

Des Weiteren äußerte er mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen im Mai und September: “Das Jahr 2019 ist das Jahr der Entscheidungen.” Dabei sehe er jedoch vieles auch kritisch, was in Brüssel vereinbart werde. Europa müsse sich um „große Fragen und nicht um das Klein-Klein kümmern“. Dennoch gehe es darum, „das Europa zu verteidigen, von dem wir als Sachsen und als Handwerker sehr profitieren“. Eine Richtungswahl seien die Wahlen zum Europäischen Parlament deshalb, weil auch entschieden werde, „ob wir das Feld Populisten überlassen, die Europa am liebsten abschaffen würden“, sagte Wagner.

Auch die sächsische Landtagswahl am 1. September bezeichnete Wagner als „Richtungsentscheidung“. Angesichts von Herausforderungen wie Energiewende, Lehrermangel, Bürokratieabbau, Lehrlingsmangel und Breitbandnetzausbau, so Wagner, liefere „die solide, beständige, manchmal auch nervige und ermüdende Sachpolitik bessere Ergebnisse als der laute Auftritt und die Spaltung der Gesellschaft“. Schließlich sei das Handwerk laut Wagner “als Kraft der Mitte” zu verstehen, die ihre „geballte gesellschaftliche Kraft“ nutze, damit „viele Leute wählen gehen und damit Vernunft, Sachlichkeit und Respekt die Wahlentscheidungen prägen“.

Auch die Zwickauer Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß und Landrat Dr. Christoph Scheurer waren unter den geladenen Gästen. Foto: Helge Gerischer/Handwerkskammer Chemnitz

Im Kammerbezirk Chemnitz bilden rund 22.500 Handwerksbetriebe auf einer Fläche von 6.500 Quadratkilometern die „Wirtschaftsmacht von nebenan“. Allein in Zwickau sind rund 4.800 Handwerksbetriebe ansässig. Bezogen auf den derzeitigen Mangel an Lehrlingen und Fachkräften, fordert der Handwerkskammer-Präsident ein Pflichtpraktika für Schüler aller Schularten in Handwerksbetrieben. Außerdem kündigte Wagner an, sich weiterhin für die Wiedereinführung der Meisterpflicht in ausgewählten Gewerken einzusetzen und den Dialog mit der sächsischen Staatsregierung über den Bürokratieabbau fortzuführen. Daher freute er sich an diesem Abend umso mehr, ausgewählten Jungmeistern den Meisterbonus der sächsischen Staatsregierung in Höhe von 1.000 Euro an Jungmeister sowie Absolventen der Aufstiegsfortbildung Technischer Betriebswirt die Abschlussurkunden zu überreichen. Zu guter Letzt wurden am Ende des Empfangs drei Handwerker mit dem goldenen Ehrenzeichen für besondere Verdienste um Handwerk und Ehrenamt ausgezeichnet.

 

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