“Ich schlafe so ein Bier” – Goldmedaille weckt Neugier in mir

Braumeister Yves Hänsl zeigt mir wie das goldprämierte Bier gebraut wird. Hier durfte ich die Hopfen zugeben.  Foto: privat

Braumeister Yves Hänsl zeigt mir wie das goldprämierte Bier gebraut wird. Hier durfte ich die Hopfen zugeben. Foto: privat

Volltreffer – mit 0 Prozent Braufehler räumt das Chemnitzer „Kopp Bock“-Bockbier beim International Craft Beer Award die Goldmedaille ab. Knapp 1.100 Braumeister aus 28 Ländern reichten ihre Biere zum Award ein. Darunter auch Braumeister Yves Hänsl der gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Turm-Brauhauses, Andreas Müller, das hauseigene KoppBock heimlich zum Award einschickte – ohne Wissen von Inhaber André Donath.

„Wir wollten es nicht an die große Glocke hängen und sehen, wie unser Craft Bier von den Spezialisten eingeschätzt wird und an welcher Stelle wir international stehen. Dass wir dann aber so gut abschneiden und mit der Goldmedaille ausgezeichnet werden, ist der absolute Wahnsinn“, erzählt Yves Hänsl.

Da soll mal einer sagen, dass es die Chemnitzer nicht drauf haben! Jetzt wollte ich aber genau wissen, was hinter dem goldprämierten Gerstensaft steckt. Also traf ich mich mit dem Mann, aus dessen Feder die geheimnisvolle Rezeptur stammt. Yves Hänsl, Braumeister des Turm-Brauhaus, zeigte mir wie das hauseigene Kopp Bock entsteht.

Zuerst weißt er mich darauf hin, dass Craft Bier ein handwerklich hergestelltes Bier bedeutet. Oftmals wird es im Volksmund als eine eigene Biersorte behandelt. Es steht also für ein händisch gebrautes Bier. Yves Hänsl war der erste Angestellte des Turm-Brauhauses.

„Damals legte ich mir im Kopf die Rezeptur für die eigenen Hausbiere zurecht und begann vor Eröffnung die Biere zu brauen, damit zum Start alles bereit war“, erinnerte er sich.

Das macht mich neugierig, er hat also die Rezepte im Kopf und weiß genau wieviel von welchen Zutaten genommen werden muss? Toll! 1.000 Liter Bier werden täglich produziert. Er führt mich in das Obergeschoss zur Schrotmühle. Mit dem Satz: „Ich schlafe so ein Bier“ beginnt die Zusammenstellung verschiedener Malzsorten. Die Anteile verrät er mir natürlich nicht, nur dass es eine Sinfonie der Zutaten ist und er vorher schon weiß, wie das Bier schmeckt.

In der Schrotmühle wird das Malz geschrotet und fällt über die sogenannte Förderschnecke in die Brauanlage im Erdgeschoss. Das sind die tollen Kupferrohre die man im Turm-Brauhaus sieht. In der Brauanlage befindet sich Wasser, in welchem das Maischen beginnt. Nach diesem Vorgang gelangt die Maische in den Läuterbottich, in dem die festen Bestandteile (Treber) herausgefiltert werden. Es entsteht die Bierwürze, welche dann in die Würzepfanne läuft.

Jetzt kommt mein Part: die Zugabe von Hopfen. Ganze acht Stunden dauert es, eine Würze herzustellen. Wir gehen in den Gärkeller, in dem die Würze im Gärbottich gelagert und gekühlt wird. Es beginnt die siebentägige Gärung im offenen Gärbottich. Es ist der Moment, in dem Alkohol entsteht. Ist die Hauptgärung abgeschlossen, muss das Bier noch drei Wochen bei unter 0 Grad im geschlossenen Zustand lagern. Von da aus gelangt es dann unfiltriert in die Zapfanlage im Turm-Brauhaus und schließlich in Ihr Glas.

Ich bin begeistert, ein Chemnitzer Brauer der es wahrlich geschafft hat international mitzumischen. nn

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