Ideen von mehr als 800 Bürgern zur Gestaltung des Freiberger Bahnhofsgebäudes gesammelt

Befragung zur Gestaltung abgeschlossen – Ideenworkshop am 8. Juli

Ideen und Anregungen für den Freiberger Bahnhof gibt es sehr vielfältige. Allein an der Bürgerbefragung, wie Bahnhofsgebäude und Umfeld gestaltet und genutzt werden könnten, haben sich 822 Freiberger (75 Prozent) und Gäste der Stadt aus dem näheren und weiteren Umfeld beteiligt. Die Ende Mai abgeschlossene Befragung ist nun ausgewertet und Grundlage für den Ideenworkshop am 8. Juli. „Dafür haben sich 26 Bürger angemeldet“, freut sich Baubürgermeister Holger Reuter. Für ihn sind die Ergebnisse eine gute Ausgangslage für den nun folgenden Prozess. „Denn ganz klar lässt die Auswertung erkennen, dass die Bürger an ihrem Bahnhof interessiert sind und sich für ihn eine Nutzung wünschen, die die Aufenthaltsqualität im und ums Bahnhofsgebäude deutlich verbessert.“ Das Ergebnis des Workshops sowie der gesamten Bürgerbeteiligung soll im Stadtrat September öffentlich vorgestellt werden. Etwa in diesem Zeitrahmen soll auch die öffentliche Abschlussveranstaltung srtattfinden.
Fast einen Monat lang, von Mitte April bis Mitte Mai, hatten Bürger und Gäste der Silberstadt bei einer Befragung Vorschläge einreichen können, wie das Bahnhofsgebäude mit seinen rund 3.000 Quadratmetern gestaltet und genutzt werden könnte. Architektur und zentrale Lage sind für 40 Prozent der Befragten der unumstrittene Bonus des historischen Hauses, für das sie sich Toiletten, Sitzgelegenheiten, Auskunftsschalter und Fahrkartenverkauf sowie Kioske wünschen.
Mit 85 Prozent waren sich die meisten der Befragten einig, dass die fehlende Aufenthaltsqualität derzeit noch sehr störend ist. Sicherheit und Sauberkeit haben große Priorität erhalten. Positiv ist bewertet worden ist, dass der Bahnhof mit allen Verkehrsmittel gut zu erreichen ist. Fürs gesamte Bahnhofsareal favorisierten die Befragten Wegweiser, Sitzmöglichkeiten, Informationen zur Stadt, Kiosk und Café sowie Grünanlagen.
Für die künftige Nutzung stand auch die Gastronomie hoch im Kurs bei den Befragten: Bäcker, Eltern-Kind-Café oder Gaststätte mit Außensitzbereich sind dafür nur einige Beispiele. Die Räume im Bahnhofsgebäude für die Stadt, Kultur oder Museen zu nutzen, wie z.B. ein interaktives Museum zur Freiberger Historie oder wechselnde Kunstausstellungen, waren ebenso häufige Vorschläge wie Geschäfte im Bahnhof, Räume zu vermieten an Start Ups o.ä., Veranstaltungsräume oder ein Hostel.
Und unbedingt sollte das Bahnhofsumfeld verschönert werden. Hier gab es u.a. Vorschläge für mehr Grünflächen. Auch die Parksituation für Fahrräder und Autos war immer wieder Thema: Vorgeschlagen wurden Fahrradboxen bzw. Fahrradparkhaus – mit besserer Beleuchtung und Sicherheit als bisher. Und auch immer wieder kam der Wunsch nach kostenlosen Kurzzeitparkplätzen für Pkw.
Die Stadt Freiberg hatte das marode Bahnhofgebäude Ende vergangenen Jahres erworben. 17 Millionen Euro sind notwendig, um es nun zu sanieren. Derzeit läuft die Planung für Sicherungsarbeiten in der Empfangshalle.
Seit dem Eigentümerwechsel sind verschiedene Sicherungsmaßnahmen (u.a. am Dach) vorgenommen worden und die Toiletten saniert. Sauberkeit und Sicherheit haben sich ebenfalls erheblich verbessert. Dafür sorgt u.a. ein neuer Hausmeister.
Start der Bürgerbeteiligung war ein Bürgerdialog im Januar dieses Jahres. Hier hatten Oberbürgermeister Sven Krüger und Baubürgermeister Holger Reuter das „Projekt Bahnhof“ vorgestellt. Dass es hierbei durchaus Zwänge gibt, habe beide von Anfang an klar gemacht: „Es wird sicher nicht jeder Wunsch erfüllt werden können, weil u.a. Wirtschaftlichkeit und Denkmalschutz eine große Rolle spielen.“ Nun gilt es gemeinsam den besten Weg zu finden, damit der Bahnhof wieder zu einem strahlenden Tor zur Silberstadt wird.
Die statistische Auswertung der Befragung finden Sie hier: www.freiberg.de/bahnhof

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