IG BAU: „Drückerei bei Lohn und Urlaub“

Foto: IG Bau

Erzgebirge. In der Gebäudereiniger-Branche geht es derzeit heiß her. Seit die Arbeitgeber den Rahmentarifvertrag für dieses Handwerk gekündigt haben, brodelt es gewaltig. Wie die IG Bau erklärt, würden sich viele Unternehmen nicht davor scheuen, ihren Beschäftigten die Arbeitsbedingungen neu zu diktieren. „Die Reinigungskräfte bekommen deutlich weniger Lohn – schon dadurch, dass ihnen die Zuschläge bei Überstunden oder für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen teilweise komplett gestrichen werden. Und sie werden mit einem Minimum an Urlaubstagen abgespeist“, so Andreas Herrmann von der IG BAU Südwestsachsen.

Wie schlimm die Situation tatsächlich ist, soll jetzt eine bundesweite Online-Umfrage zu Tage fördern. „Ziel ist es, das Ausmaß von Lohndrückerei und Urlaubskürzung zu ermitteln. Schwarze Schafe gibt es Tag für Tag. Viele Reinigungskräfte werden regelrecht dazu gedrängt, geänderte Arbeitsverträge zu unterschreiben“, sagt der Gewerkschafter und appelliert an die 1.480 Reinigungskräfte im Erzgebirgskreis, sich an dem Online-Check zur Arbeit in der Gebäudereinigung unter www.sauberkeit-braucht-zeit.de/umfrage zu beteiligen.

Außerdem sollen sich die Beschäftigten nicht auf Änderungen im Arbeitsvertrag einlassen. „Denn wer im Juli schon in der Branche gearbeitet hat, für den gelten die alten Bedingungen genau so auch weiter – von Zuschlägen für Überstunden und bei schwerer Arbeit bis zum Urlaub. Der von den Arbeitgebern gekündigte Rahmentarifvertrag ist nämlich allgemeinverbindlich gewesen und wirkt deshalb nach”, so Hermann abschließend.

Die nächste Tarifverhandlungsrunde ist für den 30. September angesetzt.

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