IHK befürwortet Ortsumfahrung Wolkenstein

Roland Richter, Vizepräsident der IHK Chemnitz Regionalkammer Erzgebirge
Foto: IHK, Wolfgang Richter

Wolkenstein. Im Erzgebirge ist eine Diskussion entbrannt, welche die Emotionen hoch schlagen lässt, die Gemüter erhitzt. Grund für die hitzige Debatte ist eine geplante Ortsumgehung der Stadt Wolkenstein, welche nicht nur Befürworter, sondern auch Gegner hat, die weder Bedarf noch Nutzen für das Vorhaben sehen. Dennoch hält die Bundesregierung an dem Projekt fest.

Jetzt schaltet sich die IHK Chemnitz Regionalkammer Erzgebirge in die Diskussion ein und befürwortet „im Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft“ das Vorhaben. Vizepräsident Roland Richter: „Für den gesamten Wirtschaftsverkehr im Erzgebirge würden sich daraus entscheidende Vorteile ergeben. Die anliegenden Kurorte Thermalbad Wiesenbad und Warmbad würden darüber hinaus von einer Minimierung des Durchgangsverkehrs profitieren, was dem Kurbetrieb und dem Tourismus zu Gute käme.“

Im Konkreten würde in der Ost-West-Verbindung der Erzgebirgsregion der B101 eine entscheidende Verteilfunktion zukommen, „da wichtige Anbindungen zur S258 (Scheibenberg-Stollberg), zur B95 (Oberwiesenthal-Annaberg-Chemnitz) und zur B174 (Prag-Reitzenhain-Chemnitz) bestehen“. Prtofitieren würde von dem Ausbau vor allem die Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz, deren Erreichbarkeit deutlich optimiert werden würde. Zudem könne die Ortsdurchfahrt in Wolkenstein durch weniger Verkehr entlastet und das Unfallrisiko reduziert werden.

Die IHK Chemnitz sieht diesen Schritt der Ortsumgehung Wolkenstein allerdings nur als einen von weiteren notwendigen Maßnahmen und gibt zu bedenken: „Diese Ortsumgehung ist ein zentraler Baustein im Bundesverkehrswegeplan 2030, durch welchen die Verbindung von der Heinzebank zum Mönchsbadknoten erheblich verbessert wird. Dabei wird jedoch auch vorausgesetzt, dass die zusätzliche Verbindung der S 222 von Falkenbach (Kalter Muff) zum Mönchsbadknoten ausgebaut wird. Dort allerdings würde sich der Verkehr in Richtung Annaberg-Buchholz zukünftig enorm bündeln, weshalb zeitgleich der Ausbau einer Ortsumgehung Schönfeld in Angriff genommen werden muss. Dieser erfordert ebenfalls einen Brückenbau nördlich der Kreisstadt. Bei der endgültigen Linienführung muss weiterhin Hilmersdorf mit in die Ortsumgehung eingebunden werden, um einen flüssigen Verkehr in der Region zu ermöglichen.“

Als weiterer Befürworter für das Vorhaben meldete sich ein ortsansässiger Unternehmer zu Wort. „Die aktuelle Führung der B101 ist für den Lieferverkehr nicht tragbar und stellenweise (Talstraße, Hotel Waldmühle) völlig überlastet. Durch den Ausbau könne zukünftig mehr Verkehr bewältigt werden“, so der Erzgebirger. Allerdings sieht auch er weiteren Handlungsbedarf seitens der Bundesregierung: „Der Ausbau der Ortsumgehung Wolkenstein allein ist nicht ausreichend. Die Ortsdurchfahrt Hilmersdorf und eine Anbindung an die Heinzebankkreuzung müssten ebenfalls erfolgen, um die Lücken in der Ost-West-Verbindung zu schließen.“

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