IHK: Bürokratie belastet Tourismusbranche

Die IHK beklagt die Bürokratie, die sich negativ auf Gastronomie und Tourismus auswirkt.
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Bürokratie bremst Tourismus

Von Sven Günther.
Chemnitz. Politiker und die Kneipen: eine Kombination, die den Gastronomen in der Region nicht richtig schmeckt…

Die Mitglieder des Tourismus-Ausschusses der IHK sprachen jetzt über die Aufgaben für neue Legislaturperiode. Schwerpunkte sollen sein:
– hohe Belastungen durch überzogene bürokratische Rahmenbedingungen,
– die zwingend notwendige Flexibilisierung der Arbeitszeit,
– Fachkräftesicherung und –gewinnung,
– Erreichbarkeit der Leistungsträger im ländlichen Raum (Individualverkehr und öffentlicher Personennahverkehr, frühzeitige Ankündigung von Baumaßnahmen und Umleitungen sowie deren gute Ausschilderung …),
– Finanzierung und
– Unternehmensnachfolge.

Auf www.wochenendspiegel.de erklärt Ilona Roth, Geschäftsführerin Handel/Dienstleistungen der IHK Chemnitz, was die Branchekonkret erwartet,  sagt: “Die Politiker sollten Unternehmer entlasten, Unternehmer auch Unternehmer sein lassen. Bisher ist es so, dass die Politikerin Berlin etwas beschließen und sich offensichtlich nicht oder zu wenig damit beschäftigen, dass sie mit so manchem Beschluss eine Branche erheblich behindern und zum Teil lahmlegen.”

Ilona Roth.
Foto: IHK

Sie nennt ein Beispiel: Die Dokumentationspflicht beim Mindestlohn. Roth: “Es kann nicht sein, dass sich ein Gastronom oder Hotelier mehr mit Papier als mehr Gast beschäftigen muss. Die Branche ist nicht gegen den Mindestlohn, aber die Bürokratie dahinter ist eine Katastrophe. Im Übrigen sind auch Schausteller und Freizeitparkbetreiber von dieser Bürokratielast betroffen.

Weil Arbeitszeiten derart strikt reguliert sind, müssten Gaststätten, so Ilona Roth, inzwischen sogar länger dauernde Veranstaltungen absagen. Hochzeiten oder runde Geburtstage zum Beispiel, weil die sich über die maximal mögliche Arbeitszeit erstrecken können. Viele Unternehmen im Gastgewerbe sind gezwungen, mehr Ruhetage einzulegen bzw. zu bestimmten Zeiten das Restaurant oder die Gaststube zu schließen.

Die Geschäftsführerin: “Es lohnt sich dann nicht, für zwei oder drei Stunden zusätzliches Personal einzusetzen.” Sie fordert: “Wir brauchen zur Flexibilisierung ein Wochenarbeitszeitkonto und das Vertrauen der Politik in die Gastronomen und Hoteliers. Die Branche steht unter Generalverdacht, das kann nicht sein!”

Forderungen, die der Tourismusausschuss der IHK Chemnitz auch den regionalen Abgeordneten im Bundes- und Landtag vortragen will. Roth: “Wenn sich die neue Regierung in Berlin konsolidiert hat und arbeitsfähig ist, wird der Tourismusausschuss ein Positionspapier zur Entlastung der Branche vorlegen.”

Es wird zunehmend auch um die Fachkräftegewinnung und -sicherung gehen. Trotzdem muss man differenzieren. Es gibt Unternehmen im Gastgewerbe, die seit Jahren über ein gutes und stabiles Team freuen können. Ilona Roth: “Wir müssen aber neue Wege beschreiten. Es muss zum Beispiel einfacher werden, ausländische Mitarbeiter einzustellen. Auch hier bremst uns teilweise die Bürokratie.”

Dass es für viele in der Branche schwierig ist, Personal zu finden, ist schon lang bekannt. “Es ist unsere Aufgabe, den jungen Leuten zu zeigen, dass es durchaus attraktiv ist, in der Tourismusbranche oder in der Gastronomie zu arbeiten”, sagt Ilona Roth. Wer arbeitet, wenn andere frei haben, hat schließlich auch frei, wenn andere arbeiten. Die Aufgaben sind abwechslungsreich, man steht täglich vor neuen Herausforderungen, lernt immer neue Menschen kennen. Roth: “Dazu kommt, dass inzwischen in der Branche auch besser bezahlt wird. Das Gastgewerbe ist durchaus auch für Kolleginnen und Kollegen aus Tschechien und Vietnam sowie anderen Ländern attraktiv.”

Auf einen neuen Ansatzpunkt weist Ilona Roth auch hin. “Inzwischen gibt es Unternehmen und Einrichtungen, die junge Menschen in Vietnam anwerben, die dort schon im Tourismus Erfahrungen gesammelt haben und in Deutschland die Vorteile der dualen Ausbildung nutzen wollen. Die Unternehmer haben überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Die jungen Leute aus Vietnam integrieren sich schnell, sind sprachbegabt, freundlich, fleißig und werden schnell als gute Mitarbeiter geschätzt.”

Eine Erfahrung, die auch Thomas Jahn, Hoteldirektor des IFA Schöneck Hotel und Ferienpark gemach hat. Er wurde wieder zum Vorsitzenden des Tourismus-Ausschusses der IHK gewählt, Jörg Böhm, Geschäftsführer der Bka Böhm Kletterwaldanlagen Deutschland GmbH, Jörg Saupe, Inhaber Adner’s Gasthof & Hotel Breitenbrunn und Andreas Vieweg, Geschäftsführer Vieweg und Co Gastronomie- und Hotelberatung GmbH Chemnitz zu Stellvertretern.

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