IHK: Geschäfte am 15. März öffnen!

Die IHK im Freistaat appellieren an Ministerpräsident Michael Kretschmer, den Einzelhandel ab 15. März komplett zu öffnen, um Wettbewerbs- und Standortnachteile zu beenden . Symboldbild: pixabay.com

IHK: Öffnen Sie die Läden, Herr Kretschmer,

Region: Die sächsischen Industrie- und Handelskammern fordern von Ministerpräsident Michael Kretschmer im Vorfeld der bevorstehenden Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch (3. März), den Einzelhandel ab 15. März komplett zu öffnen, da sonst ein Großteil der Gewerbetreibenden bei einer Fortsetzung des Lockdowns zum Aufgeben gezwungen sein würde.

Konkret fordern die Kammern für die Einzelhändler im Freistaat gleiche Chancen gegenüber anderen Regionen, da in allen an Sachsen angrenzenden Bundesländern trotz teilweise höherer Inzidenzwerte bereits Lockerungen für Händler gelten oder kurzfristig in Kraft treten. Die Herstellung eines fairen Wettbewerbs für die sächsischen Händler, die Versorgung der Bevölkerung nach Monaten der Schließung und die Verhinderung von Einkaufstourismus bedürfen deswegen aus IHK-Sicht einer schnellstmöglichen Angleichung der Spielregeln.

Die Fixierung eines zeitnahen Termins zur Wiedereröffnung sehen die IHKs auch für andere, derzeit von Schließung betroffenen Branchen, wie dem Gastgewerbe und Teilen der Dienstleistungswirtschaft, als dringlich an, geeignete Hygienekonzepte und Teststrategien vorausgesetzt.

Ihre Forderungen begründen die IHKs gegenüber dem Ministerpräsidenten zum einen mit der Tatsache, dass mittlerweile mehrere Gutachten dem stationären Einzelhandel ein geringes Infektionsrisiko bescheinigen. Selbst im Lebensmitteleinzelhandel, der in allen Lockdown-Phasen geöffnet hatte, und in dem deutschlandweit täglich ca. 40 Millionen Einkäufe stattfinden, ist die Infektionshäufigkeit nachweislich unauffällig geblieben. Gleichlautendes hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in seiner „Strategie und Handreichung zur Entwicklung von Stufenkonzepten bis Frühjahr 2021 – ControlCOVID“ vom 18. Februar 2021 anerkannt.

Darüber hinaus nutzen die geöffneten Betriebe im Bereich Lebensmittel und Drogeriewaren in immer stärkerem Maße die Möglichkeit des Ausbaus sogenannter Randsortimente, wie Blumen, Sportartikel u. a. Wenngleich im rechtlichen Rahmen zulässig, löst dies bei den geschlossenen Händlern Wut und Unverständnis aus.

Hintergrund:

Mit Auslaufen der derzeitigen Sächsischen Corona-Schutzverordnung unterliegt der stationäre Einzelhandel, mit Ausnahme der von Schließung ausgenommenen Bereiche der Grundversorgung, bereits seit 12 Wochen einem Öffnungsverbot. Dies ist bereits jetzt eine deutlich längere Zeitspanne, als im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Erschwerend kommt hinzu, dass der aktuelle Schließungszeitraum für den Handel wichtige Saisonhighlights umschloss und noch umschließt, wie z. B. große Teile des Weihnachtsgeschäfts, das Winter-Saisongeschäft der Textil-, Schuh- und Sporthändler, den Valentinstag für den Blumenhandel, das startende Frühjahrs-Saisongeschäft im Bau- und Gartenbereich sowie im Fahrradhandel.

Hier finden Sie den Brief der IHK an den Ministerpräsidenten

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