Industriemuseum will Besucherzahlen 2019 steigern

Anett Polig, wissenschaftlicher Mitarbeiterin des Industriemuseums zeigt ein aus den 20er Jahren stammendes Likörset von Marianne Brandt. Auch die Bilder im Hintergrund zu “Untergegangenen Arbeitswelten” werden 2019 zu sehen sein. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Rund 45.000 Besucher kamen 2018 ins Sächsische Industriemuseum Chemnitz. “Damit sind wir gegenüber dem Vorjahr stabil”, sagt Geschäftsführer Dr. Oliver Brehm. Obwohl der extrem heiße Sommer und damit nicht gerade idealem Museumswetter mit einkalkuliert wurde, ist der Museumschef nicht zufrieden. “Wir sind hinter meinen Erwartungen zurück”, gesteht er. Eine Besucherzahl von 50.000 sei aus seiner Sicht erreichbar.

Damit sich 2019 diesem Wert angenähert wird, hat die Einrichtung wieder ein umfangreiches Jahresprogramm mit drei großen Sonderaussstellungen ergänzend zur Dauerausstellung in Planung. Der Reigen wird am 15. Februar mit der Schau zum Sächsischen Staatspreis für Design eröffnet. Dabei werden bis zum 14. März 27 der im Jahr 2018 nominierten und prämierten Designerentwürfe aus den Bereichen Produkt, Kommunikation, Handwerk und Sound gezeigt. “Ohnehin wollen wir auf den Bereich Design in Zukunft einen größeren Fokus legen”, verrät Brehm.

Die zweite große Sonderausstellung wird ab 10. Mai und bis 4. August “Untergegangene Arbeitswelten” mit über 100 Bildern des bekannten Industriefotografen Wolfgang G. Schröter sein. Aus Aufnahme reichen von den 1950ern bis in die 1970er Jahre und führen quer durch Sachsen. Das Heckert-Werk in Karl-Marx-Stadt ist ebenso vertreten wie die Porzellan-Manufaktur in Meißen.

Als letzte Sonderschau wird die Ausstellung “Ich ganz aus Glas” sich mit den funktionalen und gestalterischen Möglichkeiten des Werkstoffes Glas auseinandersetzen. Der Titel ist einem Gedicht von Marianne Brandt entnommen. Die Chemnitzer Designerin, Fotografin, Malerin und Bildhauerin gehört zu den bekanntesten Bauhauskünstlern. Die Ausstellung zeigt vom 29. September bis 1. Dezember 60 Arbeiten, die im Rahmen des 7. Internationalen Marianne Brandt Wettbewerbes ausgewählt wurden.

Auch abseits der Sonderausstellungen wollen Dr. Oliver Brehm und seine Mitstreiter punkten. Das bis 2018 durchgeführte Sonntagsmatinee wird 2019 durch eine Vortragsreihe ersetzt, die am letzten Donnerstags des Monats um 18 Uhr den Schmelztiegel Chemnitz als übergeordnetes Thema hat. Darin soll der Einfluss von Zuwanderung auf den industriellen Fortschritt aufgegriffen werden.

Insgesamt wünscht sich Brehm eine noch intensivere Zusammenarbeit unter den Kultureinrichtungen der Stadt. “Hier könnte man sich noch besser abstimmen und sich gegenseitig Bälle zuspielen”, ist er überzeugt.

Maschinen stehen oft im Fokus des Museums. Doch darauf will man nicht reduziert werden.

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