Katastropheneinsatz Eibenstock: Anwohner werden evakuiert

Zahlreiche Einsatzkräfte sind in Eibenstock im Einsatz. Fotos:Daniel Unger

Zahlreiche Einsatzkräfte sind in Eibenstock im Einsatz. Fotos:Daniel Unger

Eibenstock. Katastropheneinsatz in Eibenstock am Donnerstagabend: Gegen 18 Uhr bemerkten Anwohner der Auerbacherstraße einen aus der Kanalisation kommenden Geruch nach Verdünner. Darauf hin kam der ABC-Zug des Erzgebirges zum Einsatz, um Messungen zu unternehmen. Feststellbare Werte konnte im Außenbereich nicht, allerdings in drei Häusern registriert werden. Bei der Sondierung vor Ort stellte der ABC-Zug allerdings vier Personen mit Atembeschwerden fest.

Daraufhin wurde beide Katastrophenschutzzüge des Landkreises Erzgebirge alarmiert. Deutsches Rotes Kreuz und Johanniter arbeiten vor Ort Hand in Hand. In einer Turnhalle unweit der Auerbacherstraße wurde eine Behandlungsstation eingerichtet. Um 23:40 Uhr wurde mit der Evakuierung von rund 70 Anwohnern des betroffen Gebietes begonnen.

Die Landestalsperrenverwaltung Eibenstock ist ebenfalls vor Ort. Die Talsperre dient der Trinkwasserversorgung von etwa 600.000 Menschen im Raum Chemnitz und Eibenstock. Auch Mitarbeiter des Landratsamtes sowie der Bürgermeister von Eibenstock sind ebenfalls am Einsatzort.

Update 02:00 Uhr: Die Anzahl der Verletzten ist auf 9 gestiegen, darunter 4 Einsatzkräfte.

Update um 8:30 Uhr: Nach Auskunft der Polizeidirektion Chemnitz wurden die verletzten Personen teilweise ambulant, teilweise im Krankenhaus behandelt. Der Einsatz wurde gegen 2 Uhr beendet, zu dem Zeitpunkt konnten alle Bewohner wieder in ihre Häuser. Zu den Ursachen der Geruchsbildung laufen die Ermittlungen. Im Einsatz waren 41 Sanitäter, 30 Feuerwehrleute und zwei Beamte der Polizei.

Update um 8:50 Uhr: WochenENDspiegel fragte bei Reiner Lautenschläger, Staumeister der Talsperre Eibenstock, nach: „Für die Talsperre bestand wohl keine Gefahr“, sagte er. Das bestätigt auch Thomas Meisel, Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung: „Unser Bereitschaftsdienst war vor Ort. Es wurde dann aber festgestellt, dass es nur die Schmutzwasserkanalisation und damit nicht uns betrifft“, erläutert er im Gespräch.

Update um 10:20 Uhr: Bei den verletzten Personen handelt es sich um Menschen im Alter von 18 bis 82 Jahren. Sie wurden glücklicherweise nur leicht verletzt. Nach wie vor steht die Ursache für den stechenden Geruch nicht fest. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

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