Keimzeit: Das Schloss und seine Geheimnisse!

Ein Foto, bei dem man die Ohren aufsperrt. Innerhalb von vier Tagen spielte Keimzeit das neue Album “Das Schloss” ein. Für Komposition und Text brauchte Norbert Leisegang zwei bis drei Jahre. Foto: Bernd Brundert

Keimzeit: Das Schloss – lächeln, tanzen, denken

Von Sven Günther*
Die Platte wirkt! Schon wenn der Käufer das neue Werk von Keimzeit anschaut, es in den Händen hält, freut er sich. Hochwertiges Papier, wunderschöne Illustrationen, feine Schrift. Nicht nur bei der Schallplatte, auch bei der schnöden CD wird weitgehend auf Plastik verzichtet, hervorragende Haptik geboten. Wenn äußere Werte überzeugen, dann bei “Das Schloss”. Mundwinkel himmelwärts!
Ein Zustand, der sich beim Hören fortsetzt. Man lächelt, man schließt die Augen und sieht sich auf 9×9 Metern Holzparkett tanzen bis nichts mehr geht, der Rest der Welt weit weg wie Singapur! Die Melodien, Rhythmen und Texte lassen die Gefühlsküche im limbischen System hochkochen und im präfrontalen Cortext hebt sich der Daumen. Lächeln, tanzen, denken. Das Schloss ist eine Keimzeit-Platte, die die Fans verzücken wird.

Im Gespräch mit dem WochenENDspiegel verrät Sänger Norbert Leisegang die Geheimnisse.

Das Geheimnis der Haptik und Aussehen:
Verantwortlich für Illustration und Grafik waren Francisca Drechsler und Antje Warnecke, die sich richtig ins Zeug gelegt haben. Einen riesigen Dank dafür. Es war uns wichtig, dass die Käufer auch eine äußerlich schöne CD oder Schallplatte in den Händen halten können, über die sie sich wirklich freuen.

Das Geheimnis des Schlosses
Das Gebäude gibt es nicht wirklich, ist reine Fiktion mit autobiografischen Zügen. Ich habe als Kind immer wieder Spielzeug zerstört, Dinge kaputt gemacht, die die Eltern liebevoll aufgebaut haben. Es ist doch erstaunlich, dass man Dinge vernichtet, die man doch lieben müsste.

Das Geheimnis der versteinerten Seeigel:
Sie spielen im gleichnamigen Lied die Hauptrolle, erinnern mich auch an meine Kindheit, in der ich mit meinen Eltern oft auf Rügen Urlaub gemacht habe. Wir haben dann am Königsstuhl immer Fossilien gesucht, Donnerkeile und eben Seeigel. Millionen Jahre sind sie auf der Erde, treffen sich aber nur für einen kurzen Moment, den sie genießen. Das finde ich nachdenkenswert.

Norbert Leisegang. Foto: Bernd Brundert

Das Geheimnis von Reinhard Mey und Mireille Mathieu
Zwei Namen, die im Song “Lieblingsakkord” vorkommen. Als ich mit 13 Jahren begann Gitarre zu spielen, wuchs mir der Akkord E-Moll wegen seiner Melancholie sehr ans Herz. Man war schnell hochmütig und frage sich, was für ein Zeug denn die Erwachsenen bloß hörten. Eben Reinhardt Mey und Mireille Mathieu, zwei Künstler, die ich heute übrigens sehr respektiere.

Das Geheimnis des Schlagerchorus
Uhhh-huuuu, aaahhh-haaaa…. Im Titel “Später” zu hören und ein Zeichen, dass wir hin und wieder doch zum Kitsch neigen und uns dann auch nicht zurückhalten können.

Das Geheimnis des Teppichs
Das Duett mit Martin Weigel schwirrte mir schon lange im Kopf herum, wir haben den Song auch auf unserer letzten Tournee schon mit im Programm gehabt. Der Disput ist eine Metapher für ein Verhältnis, bei dem der eine ohne den anderen nicht sein kann, der andere ohne den einen aber schon.

Das Geheimnis von Actionkalle
Eine Hommage an alle kruden und ungewöhnlichen Menschen, die irgendwie schräg daher kommen. Ich bin nicht der Klassentreffen-Typ, war letztes Jahr das erste Mal da und es gab in der Tat zwei Mitschüler, die echt eine Karriere gemacht haben, die ich ihnen nie zugetraut hätte.

Das Geheimnis der vier Jahre Pause.
Wir lassen uns nicht mehr treiben, müssen nicht alle zwei Jahre eine Platte herausbringen. Es ist wichtig, den Ideen die nötige Zeit zum Reifen zu lassen. Ich arbeite zwei bis drei Jahre an den Kompositionen und am Text. Dann setzen wir uns zusammen, entscheiden, was auf die CD kommen soll. Das Material haben wir dann in vier Tagen eingespielt.
Zwischendurch hatten wir überlegt, ob es in der Zeit, in der sich jeder seine Playlist herunterlädt, sinnvoll ist, ein komplettes Album einzuspielen.

Zum Glück hat sich Keimzeit dafür entschieden, weil es ein Genuss ist “Das Schloss” zu sehen, zu fühlen und zu hören.

*Fan, ziemlich textsicher…

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Keimzeit: Das Schloss & Geschenke

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