Keine Festnahmen nach Drogen-Razzia!

Diese Geldscheine wurden bei der Drogen-Razzia gefunden. Foto: Polizei

Razzia erfolgreich – Keine Festnahmen

Chemnitz/Döbeln. Sie lagen auf der Lauer, habe die Verdächtigen observiert, jeden ihrer Schritte verfolgt. Seit Wochen ermittelten Kripoleute in der Chemnitzer Drogenszene, hatten sechs Männer im Visier: Fünf Syrer (21 bis 42 Jahre) und einen Kasachen (22).
Konkret soll das Sextett seit mindestens 2018 Marihuana und Cannabis im Kilogramm-Bereich beschafft und verkauft haben, wodurch der Verbrechenstatbestand erfüllt wäre.
Am Dienstag (21. Januar) die Razzia! Die Wohnungen der sechs Verdächtigen wurden von 70 Polizisten durchsucht, 200 Gramm Marihuana und 1400 Euro gefunden. In einer offenbar als Depot benutzen Wohnung in Döbeln stellten die Beamten weitere 11.000 Euro sicher – in szenetypischer Stückelung. Beschlagnahmt wurden ein Schlagring, ein Elektroschocker, diverse Unterlagen und mehrere Handys.

Wochenlange Ermittlungen. Verdacht auf Drogenhandel im Kilogramm-Bereich. Rauschgift- und Geldfund – das alles reicht nicht, um die Verdächtigen zu verhaften. Sie wurden nicht einmal festgenommen.

Dabei drohen bis zu fünf Jahren Haft. Der Grund: Mit dem höchsten Strafmaß nach § 30a BtMG wird bestraft, wer als Mitglied einer Bande mit Drogen in nicht geringer Menge Handel treibt.

Wieso weder Flucht- noch Verdunklungsgefahr besteht, hat der WochenENDspiegel bei der Staatsanwaltschaft nachgefragt.

Staatsanwältin Jana Brockmeier erklärt: “Für einen Haftbefehl braucht es einen dringenden Tatverdacht. Der ist in diesem Fall nur wegen der 200 Gramm Marihuana gegeben, was nicht für einen Haftbefehl reicht. Im Fall des Drogenhandels im Kilogramm-Bereich gibt es nur einen einfachen Tatverdacht, der seinerseits nicht genügt, einen Haftbefehl zu beantragen.”

 

 

Auch 200 Gramm Marihuana wurden sichergestellt. Foto: Polizei

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