Keine Lösung für Buttermilchweg in Sicht

Der Buttermilchweg bleibt dicht und alternativen gibt es derzeit nicht. Foto: Uwe Wolf

Hainichen. Alle Versuche, das Thema „Buttermilchweg“ zu lösen und einen neuen Fußweg zwischen Innenstadt und Wohngebiet Ottendorfer Hang zu errichten, blieben bisher leider erfolglos. Groß war die Aufregung vor rund 1 ½ Jahren, als der sogenannten Buttermilchweg zwischen dem Wohngebiet am Ottendorfer Hang und den Oberen Berghäusern bzw. der Gaststätte EigenArtig am oberen Ende durch ein Tor verschlossen wurde. In der Folgezeit hatte Bürgermeister Dieter Greysinger immer mal wieder Bürger bei sichim Zimmer, die sich über diesen Zustand beschwert hatten.

Der Grund für dieses Problem liegt zwischenzeitlich schon über ein Vierteljahrhundert zurück, denn in der Nachwendezeit wurde es aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen versäumt, diesen auf privaten Grund verlaufenden Weg öffentlich zu widmen. Diesen Zustand kann man jetzt nicht mehr heilen. Insofern hat die Stadt keine Handhabung gegen die verhängte Sperrung des Wegs vorzugehen.

Schon vor rund 15 Jahren war dieses Problem erstmalig angestanden. Damals konnte Greysingers Amtsvorgänger Rainer Sobotka noch eine Sperrung des Wegs verhindern. „Auch mir war es zu Beginn meiner Amtszeit gelungen, die drohende Schließung des Wegs zumindest solange aus zu setzen, bis die Grundschulhortkinder nicht mehr über den Buttermilchweg zum damaligen Hort am Ottendorfer Hang laufen mussten, weil der neue Schulhort im Schulzentrum fertig gestellt wurde“, erläuterte Dieter Greysinger.

Im Zusammenhang mit der Brandserie 2016 in der Stadt wurde offenbar der Versuch unternommen, eines der dortigen Häuser anzuzünden. Dabei war der Täter offensichtlich vom Buttermilchweg aus zum Tatort gelangt. In der Folgezeit wurde der Buttermilchweg dann endgültig mit einem Tor verschlossen. Der Zugang ist seither unterbrochen. Nun hatte der Bürgermeister einige Ideen, das Problem anzugehen: Eine davon war es, im Zusammenhang mit dem grundhaften Ausbaus vom Ottendorfer Berg (Ottendorfer Straße) in diesem Jahr, den ungenutzten, felsigen Teil eines Grundstücks zwischen Ottendorfer Berg und Ottendorfer Hang zu kaufen, um dort eine Treppenanlage zu errichten. „Leider gibt es vom einzigen in Frage kommenden Grundstücksbesitzer aber diesbezüglich keine Bereitschaft, der Stadt eine Grundstücks-Teilfläche zu veräußern“, bedauert Greysinger.

Eine weitere Option, welche sich bei einem vor Ort Termin am 26.1.2018 ergeben hatte, musste leider bereits nach wenigen Stunden begraben werden, da ein leer stehendes Haus an den Oberen Berghäusern einen neuen Besitzer gefunden hat und unter Denkmalschutz steht. Insofern wäre ein Gebäudeabriss für die Errichtung eines Weges wohl auch am Veto der Denkmalschutzbehörde gescheitert. Der Erwerb dieser Immobilie samt Grundstück hätte ebenfalls die Option für eine andere Wegeführung ermöglicht.

Der Kompromissvorschlag eines der beteiligten Grundstücksbesitzer, den Buttermilchweg geringfügig zu verlegen und eine gerade Wegeführung zwischen Oberen Berghäusern und Ottendorfer Hang zu errichten, scheitert leider an der Tatsache, dass der andere zweite beteiligte Grundstücksbesitzer bei dieser Lösung nicht mitspielt, einen schmalen Streifen seines Grundstücks an die Stadt zu veräußern.

„Einen zwangsweisen Eingriff ins Privateigentum vorzunehmen bringt aus meiner Sicht nichts. Dies sah man beim Thema „Brücke Zufahrt Goldener Löwe“: Statt eines jahreslangen Rechtsstreits mit unsicherem Ausgang, haben wir uns entschieden, eine neue Brücke zu bauen“, erklärte der Verwaltungschef. Die Stadt wäre beim Buttermilchweg durchaus bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Allerdings zur Errichtung eines alternativen Weges. Nicht für Gerichtskosten mit unsicherem Ausgang. Insofern steht Greysinger konstruktiven Lösungsvorschlägen immer noch offen gegenüber.

Derzeit muss er leider nach vielen Gesprächen und der Prüfung mehrerer Altnativoptionen konstatieren, dass es keine Lösung gibt, einen bequemeren Fußweg zwischen Innenstadt und Ottendorfer Hang zu errichten. Auch wenn das Anliegen der betroffenen Bewohner des Wohngebiets aber auch der Kinder der Kita Storchennest durchaus nachvollziehbar ist, es gibt hierfür derzeit einfach keine Lösung. dg/uw

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